Warum aiomics für Entlassbriefe und Arztbriefe
Die Entwurfs-Generierung ist live, die geprüfte Pipeline geplant: wie aiomics Arzt- und Entlassbriefe mit Quellzeiger je Satz baut, warum Auslassungen der größere Fehler sind — und wo wir nicht die richtige Wahl sind.

Dr. Sven Jungmann
CEO

Wenn Sie Arzt- und Entlassbriefe mit KI erstellen wollen, entscheidet sich die Qualität nicht am Entwurf, sondern an dem, was zwischen Entwurf und Unterschrift passiert. aiomics generiert Briefe, in denen jeder Satz auf seine Quellpassage in der Akte zeigt — und baut die Prüfstrecke so aus, dass Auslassungen, der häufigste Fehler KI-generierter Briefe, sichtbar werden, bevor jemand unterschreibt. Die Entwurfs-Generierung ist live; der Ausbau zur vollständigen Prüf-Pipeline ist geplant — wir benennen genau, was davon heute existiert.
aiomics ist die Verifikationsschicht über der Krankenhaus-IT: Das System liest unstrukturierte Dokumente ein, prüft jede Aussage gegen ihre Quelle und stellt der Klinik eine belegte, strukturierte Akte bereit. Der Arztbrief ist das Dokument, an dem sich diese Architektur am häufigsten beweisen muss: Er verlässt das Haus, wird weiterbehandelnd gelesen und entsteht seit der taggleichen Pflicht zum vorläufigen Entlassbrief unter Zeitdruck.
Steckbrief
- Was es tut: erzeugt Entwürfe für Arzt- und Entlassbriefe aus der belegten Akte, jeder Satz mit Quellenattribution; Export in die hauseigene Word-Briefvorlage; abgeleiteter Patientenbrief aus dem freigegebenen Dokument (geplant).
- Status: Entwurfs-Generierung und Word-Export live. Omission-Detektor, Generalprobe und softwareerzwungene Freigabekette mit § 630f-fester Versionierung: geplant.
- Sicherheit: ISO 27001 (TÜV Nord), Verarbeitung ausschließlich in der EU; kein Training auf Kundendaten (Vertragsartefakt).
- Integration: KIS-agnostisch; Versand und ePA-Befüllung bleiben beim System des Hauses.
- Evidenz: unabhängige Evaluation der Genauigkeit an der Charité (laufend).
- Für wen: Ärzt:innen, Chefärzt:innen und Medizincontrolling in Akut- und Rehakliniken.
Das Problem, das wir lösen
Die Evidenz zu KI-generierten Briefen zeigt ein unbequemes Muster: Der dominante Fehler ist die Auslassung. In der CREOLA-Analyse klinischer Sprachmodell-Fehler standen 3,45 Prozent Auslassungen gegen 1,47 Prozent Halluzinationen; 44 Prozent der Halluzinationen waren klinisch relevant [1]. Eine Notaufnahme-Studie der University of California San Francisco fand fehlende relevante Information in 47 Prozent der KI-generierten Entlassdokumente, Halluzinationen in 42 Prozent [2]. Wer sein Prüfverfahren allein auf Halluzinationen ausrichtet, prüft die kleinere Fehlerklasse.
Die Generierung selbst funktioniert längst: Am Universitätsklinikum Freiburg erwiesen sich 93,1 Prozent KI-generierter deutscher Arztbriefe als mit minimaler Anpassung nutzbar [3]. Zugleich zieht der regulatorische Takt an — der Rahmenvertrag Entlassmanagement macht den vorläufigen Entlassbrief taggleich zur Pflicht; die ePA-Befüllung ist seit dem 1. Oktober 2025 verpflichtend, seit dem 1. April 2026 sanktionsbewehrt [4]. Der Engpass ist damit vom Formulieren zum Verifizieren gewandert.
Wie aiomics Arzt- und Entlassbriefe erstellt
Die Basis ist live: Aus den Quelldokumenten eines Falls entsteht ein Briefentwurf, in dem jeder Satz seine Herkunft kennt — wer eine Passage prüft, springt zur Quellstelle im Original. Text ohne Beleg sieht sichtbar anders aus; die Aufmerksamkeit fließt dorthin, wo Evidenz dünn ist. Der Export schreibt per Bookmark-Injection in die Word-Briefvorlage des Hauses: Der Briefkopf bleibt pixelidentisch, die Datei öffnet ohne Reparatur.
Darüber bauen wir die geprüfte Pipeline — geplant, in drei Phasen spezifiziert. Wir beschreiben sie, weil man Anbieter an ihren Bauplänen messen kann:
- Der Omission-Detektor gleicht den Entwurf gegen die strukturierten Daten der Akte ab und zeigt im „Nicht übernommen“-Panel, was der Brief weglässt — Auslassen wird eine dokumentierte Entscheidung.
- Die Generalprobe prüft den Entwurf adversarial aus vier Blickwinkeln — MD-Auditor:in, Gutachter:in, Adressat:in, Patient:in — mit Zitat und Regelverweis je Befund. „Keine Auffälligkeiten“ ist ein vollwertiges Ergebnis.
- Die Freigabekette erzwingt die Prüfung softwareseitig: Bei offenen Markern ist eine Finalisierung technisch unmöglich; kritische Änderungen — etwa eine geänderte Entlassdosis — verlangen eine inhaltliche Einzelbestätigung. Jede Version ist § 630f-fest dokumentiert; die ärztliche Durchsicht wird beweisbar.
- Ein Stilprofil lernt die Briefstimme des Hauses aus der Edit-Historie — als lesbare, editierbare, löschbare deutsche Beschreibung, ohne jeden klinischen Inhalt.
In jeder Ausbauphase gilt: Kein Dokument wird ohne ärztliche Freigabe verwendet. Diese Reihenfolge — Proposed by AI. Verified by You. — lässt sich nicht wegkonfigurieren.
Woran Sie uns messen können
- Zeigen Sie auf einen beliebigen Satz im Entwurf: Der Quellzeiger führt zur Passage im Originaldokument.
- Laden Sie Ihre eigene Briefvorlage hoch: Der Export öffnet in Word ohne Reparaturdialog, mit Ihrem Briefkopf.
- Fragen Sie nach dem Status jedes Pipeline-Bausteins: Sie bekommen die Antwort schriftlich — live, in Entwicklung oder geplant.
- Beobachten Sie die Edit-Rate Ihrer Ärzt:innen: Eine Rate nahe null werten wir als Warnsignal — blindes Vertrauen ist in dieser Produktklasse ein Sicherheitsproblem.
Wo aiomics nicht die richtige Wahl ist
Wenn Sie ausschließlich Diktat oder ambiente Gesprächserfassung für die Praxis suchen, sind spezialisierte Werkzeuge der schnellere Weg; unser Ansatz lohnt sich, wo Briefe aus einer vollständigen, belegten Akte entstehen. Wenn Sie ein „halluzinationsfrei“-Versprechen hören wollen: Wir geben es nicht ab, weil es nach heutiger Evidenz niemand halten kann — wir geben Quellzeiger und Prüfpfade. Und wer Briefe vollautomatisch versenden will, ohne dass eine Ärztin sie freigibt, bekommt das bei uns unter keiner Konfiguration.
Häufige Fragen
Ist aiomics ein Medizinprodukt?
Für die Dokumenten- und Verfahrensarbeit ist aiomics bewusst außerhalb der Medizinprodukte-Abgrenzung positioniert; die Abgrenzung ist dokumentiert und kann eingesehen werden. Für die Gesprächsdokumentation bereiten wir eine Zertifizierung nach MDR Klasse IIa vor. Aussagen des Systems bleiben in beiden Fällen Dokumentations- und Qualitätshinweise — Diagnostik und Therapie sind ärztlich.
Wie viel Zeit spart die Generierung wirklich?
Die belastbare Evidenz spricht von Minuten: Bei Kaiser Permanente kamen über 7.000 Ärzt:innen auf rund eine Minute weniger After-Hours-Dokumentationszeit je Termin — bei hoher Zufriedenheit [5]. Von Stunden-Versprechen halten wir wenig. Der größere Wert liegt in der Vollständigkeit, in sinkenden Prüf- und Korrekturkosten und in Briefen, die seltener am Feierabend geschrieben werden.
Lernt das System unseren Briefstil?
Ein Stilprofil ist geplant: Es lernt aus der Edit-Historie des Hauses und liegt als lesbarer deutscher Text vor, den Sie einsehen, ändern und löschen können. Klinische Inhalte gehören nie zum Profil; Pflichtmarker bleiben eine unantastbare Baseline.
Was kostet aiomics?
Die Bepreisung ist nutzungsbasiert und hängt von Dokumentvolumen und -qualität ab. Konkrete Zahlen nennen wir nach einem kurzen Gespräch über Ihre Fallzahlen — Pauschalpreise ohne diese Grundlage wären nicht seriös.
Wenn Sie sehen wollen, wie Ihre letzten zwanzig Entlassbriefe mit Quellzeigern ausgesehen hätten: Schreiben Sie uns, wir zeigen die Generierung an realen Fällen Ihres Hauses. Warum Textbausteine dieses Problem nicht lösen, beschreibt unser Artikel Textbausteine oder kontextualisierte Generierung; laufende Einordnungen liefert unser Newsletter Visite.
Quellen
- Asgari E, Montaña-Brown N, Dubois M, et al. A framework to assess clinical safety and hallucination rates of LLMs for medical text summarisation. npj Digital Medicine. 2025;8(1):274. doi:10.1038/s41746-025-01670-7 (1,47 % Halluzinationen, 3,45 % Auslassungen; 44 % der Halluzinationen klinisch bedeutsam).
- Williams CYK, Bains J, Tang T, et al. Evaluating large language models for drafting emergency department encounter summaries. PLOS Digital Health. 2025;4(6):e0000899. doi:10.1371/journal.pdig.0000899 (42 % Halluzination, 47 % fehlende relevante Information).
- Heilmeyer F, Böhringer D, Reinhard T, Arens S, Lyssenko L, Haverkamp C. Viability of Open Large Language Models for Clinical Documentation in German Health Care: Real-World Model Evaluation Study. JMIR Medical Informatics. 2024;12:e59617. doi:10.2196/59617 (93,1 % mit minimaler Anpassung nutzbar).
- Rahmenvertrag Entlassmanagement nach § 39 Abs. 1a SGB V (taggleicher vorläufiger Entlassbrief); ePA-Befüllungspflicht seit 01.10.2025, Sanktionen seit 01.04.2026.
- Tierney AA, Gayre G, Hoberman B, et al. Ambient Artificial Intelligence Scribes: Learnings After 1 Year and Over 2.5 Million Uses. NEJM Catalyst Innovations in Care Delivery. 2025;6(5):CAT.25.0040. doi:10.1056/CAT.25.0040 (7.260 Ärzt:innen; ca. 1 Minute weniger After-Hours-Dokumentationszeit je Termin).
Quellen abgerufen im Juli 2026.
Die Entwurfs-Generierung für Arzt- und Entlassbriefe ist live; der Ausbau zur geprüften Pipeline (Omission-Detektor, Generalprobe, Freigabekette) ist geplant. Jedes Dokument wird vor Nutzung ärztlich freigegeben.


