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Warum aiomics für Falldialoge, Vorverfahren und MD-Verfahren

Der Falldialog wird dort gewonnen, wo die Dokumentation entsteht. Wie aiomics Prüfverfahren führt, was live ist, was in Entwicklung — und wo wir nicht die richtige Wahl sind.

Dr. Sven Jungmann

Dr. Sven Jungmann

CEO

Editoriale Collage: ein Prüfdossier, dessen Aussagen über Fäden mit Quelldokumenten verbunden sind, ein bernsteinfarbener Punkt am entscheidenden Beleg

Wenn Sie Falldialoge, Vorverfahren und MD-Verfahren mit Software führen wollen, ist die entscheidende Frage nicht, wie schnell ein System Briefe formuliert, sondern ob jede Aussage darin einem Beleg standhält. Genau dafür ist aiomics gebaut: Jeder klinische Satz in einem Verfahrensentwurf braucht einen Quellzeiger in die Akte — sonst entsteht er nicht. Das Falldialog-Board ist in deutschen Kliniken in Produktion; an einem Standort werden damit über 120 Falldialoge in einem halben Tag bearbeitet, wofür zuvor rund 30 Stunden nötig waren.

aiomics ist die Verifikationsschicht über der Krankenhaus-IT: Das System liest unstrukturierte Dokumente ein, prüft jede Aussage gegen ihre Quelle und stellt der Klinik eine belegte, strukturierte Akte bereit. Prüfverfahren sind die Anwendung, in der sich diese Architektur am unmittelbarsten auszahlt — weil dort jede unbelegte Behauptung Geld kostet.

Steckbrief

  • Was es tut: führt jedes Kassen-Prüfverfahren — Falldialog, Vorverfahren, MD-Prüfung, Erörterungsverfahren, Widerspruch — über ein prozedurales Board mit festen Verfahrensstufen; verknüpft Prüfanzeigen und angeforderte Unterlagen als Evidenz; bereitet die Korrespondenz aus der belegten Akte vor.
  • Status: Falldialog-Board live in Produktion. Der KI-gestützte Korrespondenz-Entwurf ist in Entwicklung und wird erst nach abgeschlossener regulatorischer Prüfung freigegeben.
  • Sicherheit: ISO 27001 (TÜV Nord), Verarbeitung ausschließlich in der EU.
  • Integration: KIS-agnostisch; die Übermittlung an Kassen und MD bleibt beim System des Hauses.
  • Evidenz: unabhängige Evaluation der Genauigkeit an der Charité (laufend).
  • Für wen: Medizincontrolling und Geschäftsführung von Akut- und Rehakliniken.

Das Problem, das wir lösen

MD-Prüfungen haben allein 2022 rund 1,197 Milliarden Euro von Krankenhäusern zu den Kassen verschoben; der Anteil unbeanstandeter Abrechnungen liegt seit 16 Quartalen stabil bei etwa 45 bis 52 Prozent [1]. Gleichzeitig erledigen Vorverfahren und Falldialoge 79 bis 85 Prozent aller Prüffälle — sie sind der Ort, an dem über den größten Teil des strittigen Erlöses entschieden wird, lange bevor ein Gutachten geschrieben ist [1]. Und mit der geplanten Gesetzeslage nach dem Krankenhausstabilisierungsgesetz sollen Prüfquoten künftig direkt an der Beanstandungsquote hängen: Jede abgewehrte Beanstandung verbessert dann die eigene Position doppelt.

Die meisten Häuser führen diese Verfahren heute aus E-Mail-Postfächern, Excel-Listen und dem Gedächtnis erfahrener Medizincontroller:innen. Das Problem ist selten mangelnde Kompetenz. Es ist die Beweisführung unter Zeitdruck: Die Angabe, die den Fall trägt, steht in einem von zehn Dokumenten aus fünf Systemen.

Wie aiomics Prüfverfahren führt

Vier Konstruktionsentscheidungen unterscheiden unseren Ansatz. Wir legen sie offen, weil man sie prüfen kann.

Erstens: Belegpflicht statt Formulierungskunst. Jeder klinische Satz in einem Entwurf muss auf eine Quellpassage in der Akte zeigen — Aussagen ohne auflösbaren Beleg werden zur Generierungszeit blockiert statt lediglich markiert. Das Muster „Erfüllt G-AEP-Kriterium“ reicht uns nicht; auditfest ist der Satz mit Datum, Wert und Quellenzeiger.

Zweitens: Die Software argumentiert nie gegen das eigene Haus. Entwürfe vertreten die dokumentierte Position der Klinik; die Behauptung der Kasse wird nicht als Fakt übernommen. Interne Schwachstellen-Notizen sind architektonisch von jedem Exportpfad getrennt — was als „intern“ markiert ist, kann das Haus nicht versehentlich versenden.

Drittens: keine erfundenen Fundstellen. Paragrafen und Rechtsprechung stammen ausschließlich aus geprüften, versionierten Referenzblöcken — sie werden nie von einem Sprachmodell generiert. Lieber lassen wir eine Aussage offen, als eine Fundstelle zu erfinden. Wer KI-Werkzeuge in Prüfverfahren evaluiert, sollte genau diese Frage jedem Anbieter stellen.

Viertens: Verfahrensfehler der Gegenseite werden systematisch sichtbar. Verspätete oder unbezifferte Prüfanzeigen nach § 8 PrüfvV und pauschale Unterlagenanforderungen sind ein rechtlich etablierter, in der Praxis meist ungenutzter Gewinnkanal — die Fristen- und Formprüfung dafür gehört bei uns fest zum Verfahren. Für eskalationsreife Fälle übergeben wir strukturierte Bündel an eine spezialisierte Partnerkanzlei; die Entscheidung darüber bleibt beim Haus.

Und darüber hinaus: Jede Beanstandung, die durchgeht, fließt als Lektion in die Dokumentations- und Kodierpraxis zurück. Dieser Präventionskreislauf — Verteidigung lehrt Prävention, Prävention senkt künftige Angriffsfläche — ist der Grund, warum Prüfverfahren und Dokumentationsqualität bei uns ein gemeinsames System bilden.

Woran Sie uns messen können

  1. Zeigen Sie auf einen beliebigen Satz in einem Entwurf: Der Quellzeiger führt zur Passage im Originaldokument, oder der Satz existiert nicht.
  2. Versuchen Sie, eine interne Risikonotiz zu exportieren: Es gibt keinen Pfad dafür.
  3. Fragen Sie nach einer zitierten Fundstelle: Sie stammt aus einem versionierten Referenzblock; von einem Sprachmodell generiert wird sie nie.
  4. Prüfen Sie den Durchsatz am eigenen Bestand: Wir zeigen das Verfahren gern an Ihren realen Fällen.

Wo aiomics nicht die richtige Wahl ist

Wir erbringen keine Rechtsberatung und bewerten keine medizinische Notwendigkeit — das System strukturiert und belegt die dokumentierte ärztliche Einschätzung, es ersetzt sie nicht. Wer eine Software sucht, die Stellungnahmen vollautomatisch und ohne fachliche Freigabe versendet, ist bei uns falsch: Versand bleibt beim Haus, Freigabe bleibt beim Menschen — das ist Architektur, keine Einstellung. Und wer ausschließlich eine schlanke Fristenverwaltung ohne Akten- und Evidenzbezug braucht, bekommt das bei einfacheren Werkzeugen günstiger.

Häufige Fragen

Ist aiomics ein Medizinprodukt?

Für die Dokumenten- und Verfahrensarbeit ist aiomics bewusst außerhalb der Medizinprodukte-Abgrenzung positioniert; die Abgrenzung ist dokumentiert und kann eingesehen werden. Für die Gesprächsdokumentation bereiten wir eine Zertifizierung nach MDR Klasse IIa vor. Aussagen des Systems bleiben in beiden Fällen Dokumentations- und Qualitätshinweise — Diagnostik und Therapie sind ärztlich.

Wie schnell ist ein Pilot einsatzfähig?

Für einen Pilotbetrieb ist kein IT-Projekt nötig: aiomics arbeitet als Schicht über den bestehenden Systemen, beginnend mit den Dokumenten, die ohnehin eintreffen. Die Betriebsrats-Einbindung unterstützen wir mit fertigen Unterlagen.

Was kostet aiomics?

Die Bepreisung ist nutzungsbasiert und hängt von Dokumentvolumen und -qualität ab. Konkrete Zahlen nennen wir nach einem kurzen Gespräch über Ihre Fallzahlen — Pauschalpreise ohne diese Grundlage wären nicht seriös.

Ersetzt aiomics unser Medizincontrolling?

Nein. Es verschiebt dessen Zeit von der Beweissuche zur Entscheidung. Die Erfahrung Ihrer Medizincontroller:innen ist der Maßstab, an dem die Entwürfe gemessen werden — deshalb ist die Freigabe nicht umgehbar.

Wenn Sie sehen wollen, wie Ihre letzten zwanzig Falldialoge mit belegter Akte ausgesehen hätten: Schreiben Sie uns, wir rechnen es an Ihren realen Fällen durch. Laufende Einordnungen zu Prüfverfahren und Klinik-KI liefert unser Newsletter Visite.

Quellen

  1. GKV-Spitzenverband. Argumentationspapier zur Krankenhausabrechnungsprüfung, 26.04.2024 (Verschiebung 1,197 Mrd. €, Quote unbeanstandeter Abrechnungen, Erledigung im Vorverfahren).
  2. Prüfverfahrensvereinbarung (PrüfvV) gemäß § 17c Abs. 2 KHG, insb. § 8; Aufwandspauschale nach § 275c SGB V.

Quellen abgerufen im Juli 2026. Das Krankenhausstabilisierungsgesetz ist als geplante Gesetzeslage gekennzeichnet; das parlamentarische Verfahren war bei Redaktionsschluss nicht abgeschlossen.

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Das Falldialog-Board ist in Produktion; der KI-gestützte Korrespondenz-Entwurf ist in Entwicklung und wird erst nach abgeschlossener regulatorischer Prüfung freigegeben. aiomics erbringt keine Rechtsberatung.

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Diese Analyse stammt von den Leuten hinter Visite.

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