Qualitätsmanagement ohne den Umweg über das Befragungsinstitut.
Die Fragebögen legen Sie selbst an. Patient:innen füllen sie am Bett oder zu Hause aus, Mitarbeitende antworten anonym über einen getrennten Kanal. Die Antworten bleiben so gespeichert, wie sie gegeben wurden. Ausgewertet wird auf Gruppenebene, mit den Angaben zu Fallzahl und Vollständigkeit, nach denen im Audit gefragt wird. Das Modul lässt sich eigenständig betreiben; wo die übrige Plattform im Haus arbeitet, lässt sich eine Auswertung zusätzlich nach Indikationsgruppe, Abteilung oder Verweildauer aufschlüsseln.
Warum die Quartalsauswertung selten zu einer Maßnahme führt
In vielen Häusern läuft es so: Ein Institut verschickt quartalsweise Papierfragebögen, scannt die Rückläufe und liefert einige Wochen später eine Auswertung. Darin steht ein Zufriedenheitswert und daneben der Durchschnitt vergleichbarer Einrichtungen. Woran der Unterschied liegt — an welcher Station, bei welcher Indikationsgruppe, in welchem Abschnitt des Aufenthalts —, geht aus der Auswertung nicht hervor. Für den Nachweis gegenüber der Zertifizierungsstelle genügt sie. Eine Entscheidung darüber, was im nächsten Quartal anders laufen soll, lässt sich daraus nicht ableiten.
§ 4Die Qualitätsmanagement-Richtlinie zählt Patienten- und Mitarbeiterbefragungen zu den Instrumenten, „die verpflichtend anzuwenden sind“G-BA, QM-Richtlinie § 4 Abs. 1 Satz 1
≈ 1.200stationäre Reha-Einrichtungen müssen ihr internes Qualitätsmanagement zertifizieren lassen; die überarbeitete BAR-Vereinbarung gilt seit dem 1. Juli 2025Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation, 2025
120.000Fragebögen wertet die Deutsche Rentenversicherung jährlich in ihrer Rehabilitandenbefragung aus. Versandt werden sie 8 bis 12 Wochen nach der Entlassung, die Berichte erscheinen einmal im Jahr.Deutsche Rentenversicherung, Rehabilitandenbefragung
Verlangt wird von den Regelwerken mehr als die Erhebung: die Bewertung der Ergebnisse, daraus abgeleitete Maßnahmen und eine spätere Prüfung, ob diese Maßnahmen gewirkt haben. Die BAR-Vereinbarung führt als Qualitätsindikator die „Ableitung von Korrekturmaßnahmen und Empfehlungen für Verbesserungen“ aus der internen Ergebnismessung und verlangt mindestens einmal jährlich eine interne Managementbewertung, in der die Erreichung messbarer Qualitätsziele überprüft wird. ISO 9001:2015 fordert in Abschnitt 9.3 dieselben Eingaben. Eine Auswertung, die drei Monate alt ist und keine Teilgruppen kennt, deckt davon den ersten Schritt ab.
Vier Unterschiede gegenüber der Erhebung durch ein externes Institut, und einer, der schwerer wiegt als die vier zusammen.
Am selben Tag
Tempo
Ein ausgefüllter Bogen steht in der Auswertung, sobald er abgeschickt ist. Zwischen dem Ende einer Erhebungswelle und den Zahlen liegen kein Druck, kein Versand und kein Einscannen mehr. Eine Umstellung im Januar lässt sich im Februar überprüfen und nicht erst im April.
Station, Indikation, Messzeitpunkt
Auflösung
Die Auswertung lässt sich bis auf Station, Indikationsgruppe, Quartal und Messzeitpunkt aufschlüsseln, solange die Mindestgruppengröße erreicht ist. Ein Wert für das ganze Haus zeigt eine Abweichung. Wo sie herkommt, zeigt erst die Aufteilung.
Kein Stückpreis je Welle
Kosten
Der Institutsweg wird je Welle bezahlt: Druck, Versand, Rücklauf, Scannen, Auswertung. Im eigenen Haus entfällt dieser Anteil, und eine zusätzliche Erhebung kostet im Wesentlichen die Zeit, sie einzurichten. Die Lizenzen für lizenzpflichtige Instrumente bleiben davon unberührt und liegen weiterhin bei der Einrichtung.
Kein Zusammentragen von Hand
Aufwand im Haus
Heute sammelt die QM-Leitung die Zahlen aus dem Institutsbericht, der Beschwerdeliste und mehreren Tabellen zusammen und baut daraus den Quartalsbericht. Die Auswertung setzt den Bericht aus den Daten zusammen, in denen sie ohnehin liegen. Ihn zu prüfen und freizugeben bleibt Aufgabe der QM-Leitung.
Vom fremden Vergleichswert zum eigenen Verbesserungsprozess
Ein Institutsbericht stellt Ihren Wert neben den Durchschnitt einer Vergleichsdatenbank, deren Zusammensetzung Sie nicht kennen. Im Zertifizierungsaudit zählt etwas anderes: die Qualitätsziele, die Sie selbst gesetzt haben, die Maßnahmen, die Sie daraus abgeleitet haben, und der Nachweis, dass Sie deren Wirkung erneut gemessen haben. Das ist der kontinuierliche Verbesserungsprozess, den ISO 9001 und die BAR-Vereinbarung verlangen, und er entsteht hier über die Zeit als Nebenprodukt der laufenden Arbeit. Externe Ergebnisse, etwa aus der Rehabilitandenbefragung, lassen sich als gekennzeichnete Vergleichslinie daneben stellen, ohne den Maßstab zu ersetzen.
Der Wochenbericht nennt, was in dieser Woche auffällig ist und welche Maßnahme fällig wird. Damit steht die Reihenfolge fest, ohne dass jemand sie aus mehreren Listen ableiten muss. Geplant ist darüber hinaus eine Abfrage in natürlicher Sprache: Sie fragen, wie sich die Zufriedenheit auf einer Station seit einer Umstellung entwickelt hat, und erhalten die Zahlen mit Fallzahl und Quellenverweis — oder die Auskunft, dass die Gruppe für eine Aussage zu klein ist. Die Antworten stützen sich ausschließlich auf Auswertungen, die die Mindestgruppengröße bereits durchlaufen haben.
Zwei Bausteine
Erhebung und Auswertung sind getrennte Bestandteile. Die Trennung hat einen regulatorischen Grund: Im Erhebungsteil wird nichts berechnet und nichts bewertet.
Baustein 1
Der Fragebogen-Baukasten
Die QM-Leitung legt den Bogen selbst an: neun Feldtypen, gemeinsam genutzte Antwortskalen, Beschriftungen in mehreren Sprachen, Verzweigungen nach dem Muster „falls ja, bitte erläutern“. Mit dem Veröffentlichen entsteht eine feste Version. Jede eingehende Antwort hält fest, welche Version sie beantwortet hat; eine spätere Änderung am Bogen verändert deshalb keine laufende Erhebung.
Zuweisung an eine Person für einen Messzeitpunkt — Aufnahme, Mitte des Aufenthalts, Entlassung, Nachbefragung. Mehrere Bögen laufen über einen gemeinsamen Zugang.
Ausfüllen ohne Benutzerkonto über einen einmalig gültigen Link oder QR-Code, auf dem Klinik-Tablet oder auf dem eigenen Gerät zu Hause
Eine Frage je Bildschirm, laufendes Zwischenspeichern, Fortsetzen nach einer Unterbrechung. Abgebrochene Bögen werden als unvollständig gekennzeichnet und bleiben in der Auswertung enthalten.
Vorlesefunktion und Spracheingabe arbeiten auf dem Gerät selbst. Aufnahmen verlassen das Tablet nicht.
Druckfassung als PDF für Patient:innen, die auf Papier antworten möchten. Auf Wunsch läuft der gesamte Versand über den Postweg, ohne E-Mail und ohne Erinnerungen.
Ergebnistabelle und CSV-Export mit frei einstellbarer Spaltenreihenfolge, etwa in der Abfolge, in der der Entlassbericht diktiert wird
Baustein 2
Die Auswertung
Die Auswertung greift auf die gespeicherten Antworten zu und rechnet ausschließlich auf Gruppenebene. Hinter jeder Kennzahl steht eine hinterlegte Definition mit Formel, Datenquelle, Zeitraum, Zielwert und verantwortlicher Person. Fragt jemand im Audit, wie eine Zahl zustande kommt, lässt sich diese Definition direkt an der Kennzahl aufrufen.
Vergleich zwischen Aufnahme und Entlassung als Gruppenstatistik, jeweils mit Fallzahl und mit der Angabe, wie vollständig die zugrundeliegenden Daten sind
Aufschlüsselung nach Indikationsgruppe, Abteilung, Station, Quartal und Kostenträger. Fällt eine Teilgruppe unter die Mindestgröße, wird sie nicht angezeigt; an ihrer Stelle steht ein Hinweis auf die Unterdrückung.
Verlaufsdarstellung mit Kontrollgrenzen, an der sich ablesen lässt, ob eine Veränderung im Rahmen der üblichen Streuung liegt
Qualitätsziele mit Zielwert und Toleranzbereich. Zu jeder Maßnahme gehören eine verantwortliche Person, eine Frist und ein Termin, an dem die zugehörige Kennzahl erneut erhoben wird.
Beschwerden und Meldungen nach Anzahl, Kategorie und Bearbeitungsdauer. Der Freitext wird dabei nicht verarbeitet und bleibt in der Akte.
Kennzahlen aus den übrigen Modulen der Plattform, soweit diese im Haus laufen. Sie werden dort bereits zusammengefasst und erreichen die Auswertung nicht als einzelner Vorgang.
Vier Berichte aus derselben Datengrundlage
Alle vier entstehen aus denselben Auswertungen. Zu jeder Zahl lässt sich die Auswertung aufrufen, aus der sie stammt, und zu jedem Textabschnitt die Zahlen, auf die er sich bezieht.
Der Wochenbericht
Eine Seite für die Leitungsrunde: auffällige Verläufe der vergangenen Woche, anstehende und überfällige Maßnahmen, näher rückende Fristen, der Stand der Rücklaufquoten. Gibt es in einer Woche nichts davon, steht genau das dort, in einem Satz.
Der Quartalsbericht
Gegliedert nach den Eingaben, die ISO 9001:2015 in Abschnitt 9.3 für die Managementbewertung verlangt: Stand der Maßnahmen aus der vorigen Bewertung, Erreichung der Qualitätsziele, Ergebnisse der Patienten- und Mitarbeitendenbefragungen, Beschwerdestatistik, abgeleitete Verbesserungsvorschläge, Anhang zur Methodik.
Die Managementbewertung
Einmal jährlich aus den vier Quartalen zusammengestellt: die vollständige Prüfung der Qualitätsziele, eine Übersicht darüber, welche Maßnahmen nachweislich gewirkt haben, dazu die Verweise auf Auditergebnisse und Darlegungen. Die BAR-Vereinbarung verlangt diese Bewertung mindestens einmal im Jahr.
Der Audittag
Eine schreibgeschützte Sitzung mit begrenzter Laufzeit, die die QM-Leitung führt und bei der die Prüfenden mitlesen. Zu jeder Angabe darüber, wie eine Anforderung abgedeckt ist, lassen sich die zugehörigen Nachweise öffnen: freigegebene Berichte, durchgeführte Erhebungen, abgeschlossene Maßnahmen.
Textabschnitte, die KI-gestützt entworfen werden, sind gekennzeichnet, einzeln prüfbar und bis zur Freigabe durch eine benannte Person als Entwurf markiert. Die Zahlen und Tabellen entstehen ohne KI. Schaltet ein Haus die Textunterstützung ab, bleiben die Berichte vollständig.
Wie aus einem Zufriedenheitswert ein Ansatzpunkt wird
Ein Zufriedenheitswert für eine Station sagt, dass sie unter dem Rest des Hauses liegt. Für die Frage, woran das liegt, braucht die Auswertung Angaben über den Behandlungsverlauf — und die führt die Plattform ohnehin.
Die Unterlagen kommen ins System
Der Sammelupload nimmt ganze Aktenbestände auf, die Anbindungen an Fax, Labor und KIS holen laufende Dokumente ab, die Gesprächsdokumentation hält fest, was besprochen wurde. Damit ist der Fall beschrieben, bevor der erste Fragebogen zugewiesen wird.
Der Datenbestand wird geprüft
Der Konsistenzbericht vergleicht die Angaben über alle Quellen hinweg und benennt Widersprüche. Die Quellenverweise verbinden jede übernommene Angabe mit dem Dokument, aus dem sie stammt. Eine Auswertung ist nur so belastbar wie der Datenbestand, auf dem sie beruht, und im Audit wird nach beidem gefragt.
Die Auswertung bekommt Merkmale
Die Kodierunterstützung ordnet ICD- und OPS-Kodes, Abteilung und Verweildauer strukturiert zu. Eine Auswertung lässt sich damit nach Indikationsgruppe, Station oder Quartal aufschlüsseln, ohne dass jemand Listen von Hand zusammenführt.
Die Unterschiede werden erklärbar
Schneidet eine Gruppe schlechter ab als der Rest der Klinik, lässt sich das mit dem vergleichen, was für diese Fälle dokumentiert ist: Indikationsgruppe, Verweildauer, Abteilung, Vollständigkeit der Unterlagen bei der Aufnahme, Anzahl der Nachforderungen. Damit steht eine Vermutung im Raum, der die QM-Leitung nachgehen kann. Ein solcher Zusammenhang bleibt eine statistische Beobachtung und belegt keine Ursache; die Auswertungen weisen an Ort und Stelle darauf hin.
Ohne die übrigen Module
Das Modul lässt sich eigenständig betreiben. Ohne KIS-Anbindung startet eine Erhebungswelle über den Kalender statt über Aufnahme- und Entlassungsereignisse, und ausgewertet wird nach den Merkmalen, die der Fragebogen selbst erhebt. Der Aufbau der Berichte ist in beiden Fällen derselbe. Kommt eine Anbindung später hinzu, stehen zusätzliche Merkmale für die Aufschlüsselung zur Verfügung; die bereits erhobenen Daten bleiben erhalten.
Was die Studienlage hergibt — und was nicht
Befragungsdaten werden häufig mit einer Wirkung beworben, die sich aus den Studien nicht belegen lässt. Der Stand:
Das Erleben der Patient:innen hängt mit Sicherheit und Behandlungsergebnis zusammen.
Eine systematische Übersichtsarbeit über 55 Studien findet über verschiedene Krankheitsbilder, Versorgungsformen und Studiendesigns hinweg durchgängig positive Zusammenhänge zwischen dem Erleben der Patient:innen, der Patientensicherheit und der Wirksamkeit der Behandlung. Die Autoren leiten daraus ab, das Patientenerleben als eigenständige Qualitätsdimension zu führen.
Auch die Belastung der Mitarbeitenden hängt mit der Patientensicherheit zusammen.
Eine systematische Übersicht über 46 Studien findet in 21 von 30 Untersuchungen zur beruflichen Erschöpfung einen Zusammenhang mit der Patientensicherheit, in vier weiteren für einzelne Teilskalen. Dieser Zusammenhang ist einer der Gründe, aus denen die Regelwerke die Mitarbeitendenbefragung neben der Patientenbefragung führen. Die Autoren weisen zugleich darauf hin, dass prospektive Studien fehlen und sich deshalb nicht bestimmen lässt, was Ursache und was Folge ist; die Auswertungen vermerken das an Ort und Stelle.
Die Befragung allein verbessert das Behandlungsergebnis nicht.
Die Cochrane-Übersicht über 116 randomisierte Studien mit 49.785 Patient:innen kommt zu dem Ergebnis, dass die Rückmeldung von Fragebogenergebnissen an die Behandelnden die Kommunikation in mittlerem und die Lebensqualität in geringem Umfang verbessert. Auf allgemeines Gesundheitsempfinden, soziale Funktionsfähigkeit und Schmerzen wirkt sie sich wahrscheinlich kaum aus. Die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz reicht von sehr niedrig bis mittel. Wir werben deshalb nicht mit besseren Behandlungsergebnissen durch Befragung. Der Nutzen liegt in der Arbeit danach: auswerten, Maßnahme festlegen, erneut messen.
Eine Auswertung von 38.664 Rückmeldungen an zwei Krankenhäusern zeigt, was Ankreuzfragen nicht erfassen: Ein erheblicher Teil derjenigen, die eine Dimension mit der besten Note bewerten, hinterlässt einen Kommentar, der nicht positiv ausfällt. Rund 15 Prozent der erkannten Themen betrafen Lobenswertes, knapp 9 Prozent konkreten Verbesserungsbedarf. Der Freitext bleibt deshalb Bestandteil des Fragebogens, und seine Auslegung bleibt bis auf Weiteres bei Menschen.
Im Erhebungsteil wird kein Wert für eine einzelne Person berechnet, auch keine Summe über einzelne Antworten. Antworten werden gespeichert und unverändert wieder angezeigt, so wie ein Papierbogen sie wiedergeben würde. Es gibt keine Einstufung nach Ausprägung, keine Schwellenwerte, keine farbliche Hervorhebung einzelner Antworten und keine Sortierung nach Antwortverhalten.
Heikle Antworten werden nicht automatisch erkannt, und es wird niemand automatisch benachrichtigt. Eine Frage zur Selbstgefährdung erscheint so, wie sie auch auf dem Papierbogen steht; die fachliche Reaktion liegt bei den Mitarbeitenden, die die Erhebung begleiten, wie in der Papierpraxis auch. Verzweigungen im Bogen blenden Felder ein und aus; nach dem Inhalt einer Antwort wird nicht weitergeleitet.
Die Auswertung zeigt Gruppen. Eine einzelne Person erscheint darin nicht, weder aus der Patientenschaft noch aus der Belegschaft. Es entsteht keine Vorhersage, keine Prognose und keine Einschätzung eines Einzelfalls. Verbesserungsvorschläge beziehen sich auf Abläufe der Organisation und nicht auf die Behandlung einzelner Menschen.
aiomics liefert keine Fragebogeninhalte mit. Lizenzpflichtige Instrumente lizenziert die Einrichtung selbst und pflegt sie selbst ein; das Verzeichnis hält den Lizenznachweis fest und lässt die Aktivierung erst zu, wenn er vorliegt. An Kostenträger, den Medizinischen Dienst oder Register übermitteln wir nichts — der Versand bleibt Sache des Hauses.
Für dieses Modul liegt eine dokumentierte Einstufung nach MDCG 2019-11 und Regel 11 der EU-Medizinprodukteverordnung vor: kein Medizinprodukt, unter den oben genannten Beschränkungen. Die Beschränkungen sind im Qualitätsmanagementsystem hinterlegt und werden während der Entwicklung automatisch geprüft. Weicht eine geplante Funktion davon ab, wird vor der Umsetzung neu eingestuft.
Mitarbeitendenbefragungen, die der Betriebsrat mitträgt
Die Qualitätsmanagement-Richtlinie verlangt regelmäßige, „möglichst anonyme“ Mitarbeiterbefragungen. Aufwendiger als die Erhebung ist die Mitbestimmung: Ein elektronisches Befragungswerkzeug gilt als technische Einrichtung im Sinne von § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG, weil es Rückschlüsse auf einzelne Beschäftigte ermöglichen könnte. Wir gehen davon aus, dass die Mitbestimmung greift, und richten das Modul entsprechend ein.
Die Anonymität ergibt sich aus dem Aufbau des Systems: Es werden keine Kennungen erfasst, keine IP-Adressen protokolliert und nur grobe Zeitangaben gespeichert. Eine Verknüpfung zwischen Antwort und Person entsteht an keiner Stelle.
Die Mindestgruppengröße beträgt zehn und wird in der Datenbankabfrage erzwungen, für jede Aufteilung, jede Kreuztabelle und jeden Zeitvergleich. Branchenüblich sind fünf. Ergänzende Zellen, über die sich eine unterdrückte Gruppe zurückrechnen ließe, werden mit unterdrückt; Abfragen unterhalb der Schwelle werden abgewiesen und protokolliert.
Einen bevorrechtigten Zugriff auf einzelne Antworten von Mitarbeitenden gibt es nicht, auch nicht für unseren Support. Ein Zugriff im Störungsfall erfolgt im Vier-Augen-Prinzip und wird protokolliert.
Eine Vorlage für die Betriebsvereinbarung und eine technische Beschreibung des Anonymitätskonzepts gehören zum Lieferumfang. Solange die Beteiligung des Betriebsrats nicht dokumentiert ist, lässt sich das Mitarbeitendenpaket nicht freischalten.
Nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts (1 ABR 47/16, 1 ABR 13/17) ist eine freiwillige und durchgehend anonyme Befragung kein Personalfragebogen im Sinne von § 94 BetrVG und insoweit nicht mitbestimmungspflichtig. Dient die Befragung der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung, greift zusätzlich § 87 Abs. 1 Nr. 7 BetrVG; die Vorlage deckt auch diesen Fall ab.
Auswertungen zur Patientenzufriedenheit werden nicht auf einzelne Mitarbeitende bezogen. Die feinste Zuordnung, die ein Fragebogen ansteuern darf, ist das Team oder die Station.
Was heute läuft, was folgt
Der Stand der einzelnen Bestandteile. Diese Übersicht wird fortgeschrieben.
Im Einsatz
Die Erhebung
Baukasten mit neun Feldtypen, versioniertes Veröffentlichen, Zuweisung über einen einmalig gültigen Link, Ergebnistabelle und CSV-Export. Ausgeliefert und im Betrieb.
Im Pilotbetrieb
Erhebungswellen und Zugänglichkeit
Instrumentenverzeichnis mit Lizenznachweis, Wellen über den Kalender oder über Aufnahme- und Entlassungsereignisse, hinterlegte Standardzusammenstellungen je Messzeitpunkt, Druckfassung als PDF, Fortschrittsanzeige, weitere Sprachfassungen, Versand über den Postweg. In Erprobung an den Pilotstandorten.
Geplant
Auswertung, Berichte, Maßnahmen
Auswertung auf Gruppenebene, Vergleich zwischen Aufnahme und Entlassung, Aufschlüsselung mit Mindestgruppengröße, Verlaufsdarstellung mit Kontrollgrenzen, die vier Berichte, Maßnahmen mit erneuter Messung, Fristenkalender und Audit-Sitzung. In Spezifikation; die regulatorische Einstufung und die Datenschutz-Folgenabschätzung laufen vor der Entwicklung.
Geplant
Mitarbeitendenpaket und Meldewesen
Anonymer Erhebungskanal, Mitarbeitendenbefragung mit Mindestgruppengröße, Meldungen zu Beinahe-Ereignissen, Vorlage für die Betriebsvereinbarung. Die Freigabe setzt eine abgeschlossene Datenschutz-Folgenabschätzung voraus.
Rechtlicher Rahmen und Datenverarbeitung
Verarbeitung vollständig innerhalb der Europäischen Union (Rechenzentrum Frankfurt). Innerhalb des Vertraulichkeitskreises nach § 203 StGB kommen keine weiteren Unterauftragnehmer hinzu.
Informationssicherheit nach ISO/IEC 27001, zertifiziert durch TÜV Nord. Antworten liegen in einer eigenen Tabelle unter eigenem Schlüssel, die sich nur ergänzen lässt; eine Korrektur entsteht durch eine nachfolgende Antwort und nicht durch Überschreiben.
Vorlagen für den Auftragsverarbeitungsvertrag und die Datenschutz-Folgenabschätzung gehören zum Lieferumfang. Für das Mitarbeitendenpaket ist die abgeschlossene Folgenabschätzung Voraussetzung der Freischaltung.
Berücksichtigte Regelwerke: Qualitätsmanagement-Richtlinie des G-BA (§§ 4, 6), § 37 SGB IX mit der BAR-Vereinbarung, § 137d SGB V mit dem QS-Reha-Verfahren, ISO 9001:2015 Abschnitt 9.3, § 87 BetrVG.
Barrierefreiheit nach WCAG 2.2 AA und BITV: eine Frage je Bildschirm, große Bedienelemente, Fehlerhinweise nicht allein über Farbe, zurückhaltende Formulierungen.
Vorbereitung auf die Anforderungen der EU-KI-Verordnung. KI-gestützte Textabschnitte sind gekennzeichnet; die Schulung zur KI-Kompetenz für Klinikmitarbeitende gehört zum Lieferumfang.
Häufige Fragen
Ersetzt das die Rehabilitandenbefragung der Deutschen Rentenversicherung?
Nein. Die Rentenversicherung führt diese Befragung selbst durch, 8 bis 12 Wochen nach der Entlassung, berichtet einmal jährlich und erfasst nur die von ihr belegten Fälle. Das Modul erhebt zusätzlich im eigenen Haus, während des Aufenthalts und bei der Entlassung, über alle Kostenträger hinweg. Die Ergebnisse der Rentenversicherung lassen sich als gekennzeichnete Vergleichslinie danebenlegen.
Gilt die Qualitätsmanagement-Richtlinie auch für Reha-Kliniken?
Sie bindet Vertragsärzt:innen, medizinische Versorgungszentren und nach § 108 SGB V zugelassene Krankenhäuser. Für Reha-Einrichtungen ergibt sich die Pflicht aus § 37 SGB IX mit der BAR-Vereinbarung sowie aus § 137d SGB V mit dem QS-Reha-Verfahren. Beide verlangen Rückmeldungen der Rehabilitand:innen, deren Bewertung und daraus abgeleitete Maßnahmen.
Welche Fragebögen liefern Sie mit?
Keine. Die Lizenzen für Erhebungsinstrumente hält die Einrichtung. Wir liefern das Verzeichnis, in dem sie geführt werden, mit Lizenzklasse, Rechteinhaber, Laufzeit und Erinnerung an den Ablauf. Lizenzpflichtige Instrumente lassen sich erst aktivieren, wenn der Nachweis hinterlegt ist; vertraglich gesperrte Instrumente lassen sich nicht anlegen. Frei nutzbare Instrumente pflegen die Häuser in der Regel selbst ein.
Warum berechnet der Fragebogen keine Summe?
Weil ein berechneter Wert für eine einzelne Person, der einem medizinischen Zweck dient, die Software in den Anwendungsbereich der Medizinprodukteverordnung bringen würde. Die Trennung ist deshalb im Aufbau angelegt: Der Erhebungsteil speichert und zeigt an, die Auswertung rechnet, und zwar über Gruppen. Eine automatische Prüfung während der Entwicklung lässt keinen Stand durch, in dem Rechenlogik im Erhebungsteil auftaucht.
Was passiert, wenn jemand eine heikle Frage beunruhigend beantwortet?
Dasselbe wie beim Papierbogen: Die Antwort steht da, und die begleitenden Mitarbeitenden lesen sie. Das System erkennt nichts, meldet nichts und leitet nichts weiter. Zum Einführungspaket gehört ein Hinweisblatt, das genau das gegenüber den Mitarbeitenden festhält, die die Bögen ausgeben — angenommen wird häufig, ein digitales System verständige ohnehin jemanden.
Brauchen wir dafür eine KIS-Anbindung?
Nein. Ohne Anbindung startet eine Erhebungswelle über den Kalender, und ausgewertet wird nach den Merkmalen, die der Bogen selbst erhebt. Mit Anbindung lösen Aufnahme und Entlassung die Wellen aus, und die Auswertung lässt sich zusätzlich nach Indikationsgruppe, Abteilung und Verweildauer aufschlüsseln. Der Aufbau der Berichte bleibt in beiden Fällen gleich.
Wie hoch ist der Rücklauf im Vergleich zu Papier?
Dazu nennen wir keine Zahl, weil wir sie noch nicht über mehrere Häuser gemessen haben. Der Maßstab ist der Papierrücklauf des jeweiligen Hauses bei personell begleiteter Ausgabe. Für die Erhebung am Bett arbeiten wir auf mindestens 70 Prozent hin. Ausschlaggebend ist die Begleitung: Der Ablauf ist auf eine Übergabe von unter dreißig Sekunden ausgelegt, weil unbegleitete Erhebungen erfahrungsgemäß deutlich schlechter zurückkommen.
Wie stellen Sie sicher, dass Mitarbeitende der Anonymität glauben?
Indem nichts erhoben wird, was eine Zuordnung erlauben würde, und indem der Betriebsrat das nachprüfen kann. Zum Paket gehören die technische Beschreibung des Anonymitätskonzepts und eine Vorlage für die Betriebsvereinbarung; die Mindestgruppengröße von zehn ist in der Datenbankabfrage erzwungen und in der Oberfläche ausgewiesen. Ob das überzeugt hat, zeigt die zweite Welle: Steigt die Beteiligung, ist die Frage beantwortet.
Wer darf welche Auswertung sehen?
Die Rollen sind getrennt: Erhebung, Ergebnisansicht, Auswertung, Berichtsfreigabe, Auskunft an den Betriebsrat, Audit-Sitzung. Auf einzelne Datensätze hat keine Rolle Zugriff; einzelne Antworten von Mitarbeitenden sind für alle Rollen gesperrt. Jede Abfrage wird protokolliert, die Protokolle lassen sich nicht verändern und stehen dem Datenschutzbeauftragten offen.
Können wir das Modul nutzen, ohne die übrige Plattform einzuführen?
Ja. Erhebung und Auswertung funktionieren für sich. Laufen weitere Module im Haus, kommen deren zusammengefasste Kennzahlen als zusätzliche Kacheln hinzu und die Fallmerkmale des geprüften Datenbestands als weitere Aufschlüsselung. Fehlen sie, fehlen diese Kacheln; die übrigen Auswertungen bleiben davon unberührt.
Wie lange dauert es, bis eine erste Erhebung läuft?
Für einen Standardbogen rechnen wir mit weniger als 15 Minuten für den Aufbau und weniger als einer Minute je Zuweisung; ist eine Standardzusammenstellung hinterlegt, entfällt die Zuweisung im Regelfall. Länger dauert die Verständigung darüber, was gemessen werden soll und wer die Maßnahmen verantwortet.
Setzen Sie in der Auswertung KI ein?
Die Statistik ist regelbasiert und versioniert; dort kommt keine KI zum Einsatz. KI-gestützt sind die Textentwürfe im Bericht und, geplant, eine Abfrage in natürlicher Sprache, die ausschließlich auf bereits unterdrückte Auswertungen zugreift. Beides ist gekennzeichnet, einzeln prüfbar und je Haus abschaltbar; die Zahlen und Tabellen bleiben auch ohne KI vollständig.
Wir gehen Ihre bestehenden Befragungen durch: Instrumente, Taktung, Rücklauf und das, was heute mit den Ergebnissen geschieht. Danach sagen wir Ihnen, welchen Teil davon wir ersetzen würden und welchen nicht. Hält Ihr jetziger Ablauf stand, sagen wir auch das.