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Prüfquoten-Atlas · Datenstand 2. Quartal 2026

Neue Prüfquoten: geschätzt 260 Millionen Euro zusätzlicher Verwaltungsaufwand im Jahr.

Ab 2027 können Krankenhausabrechnungen häufiger geprüft werden. Unsere bevorzugte Schätzung: jährlich 3,6 Millionen zusätzliche Arbeitsstunden bei Krankenhäusern, Medizinischen Diensten und Krankenkassen. Der Planungskorridor reicht von 150 bis 740 Millionen Euro.

zusätzlicher Aufwand in Krankenhäusern, bevorzugte Schätzung.
93 Mio. €
zusätzlicher Aufwand bei Krankenkassen einschließlich MD.
169 Mio. €
zusätzliche Prüfungen jährlich im bevorzugten Ansatz.
1,3 Mio.
zusätzliche Arbeitsstunden über alle Beteiligten.
3,6 Mio.

Modellschätzung für ein volles Jahr mit dem angenommenen zusätzlichen Prüfvolumen, Bewertungsstand 2025. Die Zeitansätze sind teilweise ungemessene Annahmen. Rechnungskürzungen und Aufwandspauschalen sind ausgeschlossen. Herleitung und Spannen

Der Ausgangsstand in der amtlichen Prüfstatistik

Mit den Schwellen ab 2027 hätten rückblickend 1.331 von 1.524 Krankenhaus-IK eine höhere gewöhnliche Prüfquote. Ein IK kann mehrere Standorte umfassen. Beobachtungsquartal: 2/2026.

1.524 Krankenhaus-IK, ein Quadrat je Kennzeichen, geordnet nach der Stufe ab 20272. QUARTAL 2026
  • ≥ 80 %193 IK (12,7 %) · Prüfquote bis 5 %
  • 65–80 %231 IK (15,2 %) · Prüfquote bis 20 %
  • 50–65 %568 IK (37,3 %) · Prüfquote bis 40 %
  • < 50 %532 IK (34,9 %) · Prüfquote bis 40 %, auf Anzeige darüber hinaus

Anteil unbeanstandeter Prüfungen je Krankenhaus-IK im 2. Quartal 2026, an die Schwellen ab Januar 2027 angelegt. Einzelne Häuser sind nicht erkennbar.

Die 80-Prozent-Schwelle erreichen 193 von 1.524 Kennzeichen; bei mindestens zehn Prüfungen sind es 115 von 1.364. Von den 193 Kennzeichen oberhalb der Schwelle haben 78 weniger als zehn Prüfungen.

01 · Verteilung

Die meisten Häuser liegen zwischen den Schwellen.

Im 2. Quartal 2026 blieben bundesweit 49,5 % der 287.662 abgeschlossenen Prüfungen ohne Beanstandung. Der Median der Krankenhaus-IK lag bei 55,0 %.

Für die rückblickende Einordnung gelten die Schwellen ab 2027. Die Schwellen liegen bei 80, 65 und 50 Prozent. 1.100 Häuser liegen unter 65 Prozent und damit in den beiden Stufen mit den höchsten Quoten.

Unbeanstandet heißt, dass die Prüfung die Rechnung nicht minderte. Die Kassen wählen die geprüften Rechnungen aus; der Anteil beschreibt diese Auswahl und lässt sich nicht auf alle Rechnungen eines Hauses übertragen.

Krankenhäuser nach Anteil unbeanstandeter Prüfungen

2. Quartal 2026, Klassen zu 5 Prozentpunkten; Stichprobe umschaltbar

1.524 Krankenhaus-IK; 193 mit mindestens 80 % unbeanstandeten Prüfungen.

≥ 80 %: 193 IK65–80 %: 231 IK50–65 %: 568 IK< 50 %: 532 IK
Daten als Tabelle
Anteil unbeanstandetKrankenhaus-IK
0 bis unter 5 %8
5 bis unter 10 %8
10 bis unter 15 %6
15 bis unter 20 %11
20 bis unter 25 %14
25 bis unter 30 %34
30 bis unter 35 %53
35 bis unter 40 %71
40 bis unter 45 %144
45 bis unter 50 %183
50 bis unter 55 %229
55 bis unter 60 %199
60 bis unter 65 %140
65 bis unter 70 %102
70 bis unter 75 %68
75 bis unter 80 %61
80 bis unter 85 %54
85 bis unter 90 %37
90 bis unter 95 %29
95 bis 100 %73

Waagerechte Achse: Anteil unbeanstandeter Prüfungen in Prozent. Die Farben folgen den Stufen ab 2027. Quelle: GKV-Spitzenverband, Statistik nach § 275c Abs. 4 SGB V; eigene Auswertung.

02 · Umstufung

Dieselben Häuser, zwei Regelwerke.

Bis Dezember 2026 gelten Quoten von 5, 10 und 15 Prozent mit Schwellen bei 60 und 40 Prozent. Ab Januar 2027 sind es bis zu 5, 20 und 40 Prozent. Unter 50 Prozent dürfen die Kassen nach einer gemeinsamen, begründeten Anzeige bei der zuständigen Landesbehörde über die gewöhnliche Quote von 40 Prozent hinaus prüfen.

Die Grafik legt beide Regelwerke an dieselben Anteile des 2. Quartals 2026 an. Die Quote ist eine Obergrenze; wie viele Prüfungen die Kassen tatsächlich einleiten, sagt sie nicht voraus.

Ab 2027 beträgt der Aufschlag bei einem Anteil unbeanstandeter Prüfungen unter 80 Prozent 500 Euro, wenn eine MD-Prüfung zur Rechnungsminderung führt. Das Verfahren vor Beauftragung des MD nach § 17c Abs. 2 Satz 2 Nr. 3 KHG ist ausgenommen. Im historischen Vergleich liegen 1.331 Kennzeichen unter der Schwelle; daraus folgt keine Zahl künftiger Aufschläge.

Zulässige Prüfquote je Krankenhaus, Regeln bis Dezember 2026 und ab Januar 2027

Anteile des 2. Quartals 2026, n = 1.524

BIS DEZEMBER 2026AB JANUAR 2027193 Häuser: bisher bis 5 %, ab 2027 bis 5 %231 Häuser: bisher bis 5 %, ab 2027 bis 20 %140 Häuser: bisher bis 5 %, ab 2027 bis 40 %428 Häuser: bisher bis 10 %, ab 2027 bis 40 %327 Häuser: bisher bis 10 %, ab 2027 bis 40 %205 Häuser: bisher bis 15 %, ab 2027 bis 40 %bis 5 %564bis 10 %755bis 15 %205bis 5 %193bis 20 %231bis 40 %568bis 40 %*532

Zeigen Sie auf ein Band, um die Zahl der Häuser zu sehen.

193Kennzeichen behielten die Quote von 5 %.
140Kennzeichen wechselten von 5 % auf bis zu 40 %.
532Häuser liegen unter 50 %, wo Prüfungen über die Quote hinaus zulässig werden.
×3,7mittlere zulässige Höchstquote ab 2027 gegenüber 2026 (ungewichtet, gewöhnliche Quoten).

* auf gemeinsame, begründete Anzeige der Kassen auch über die Quote hinaus. Für die mittlere Höchstquote ist diese Stufe mit 40 % angesetzt. Rechtsgrundlage: § 275c Abs. 2 SGB V in der Fassung des GKV-BStabG, BGBl. 2026 I Nr. 228.

Daten als Tabelle
Quote bis 2026Quote ab 2027Häuser
bis 5 %bis 20 %231
bis 5 %bis 40 %140
bis 5 %bis 5 %193
bis 10 %bis 40 %428
bis 10 %bis 40 % und darüber*327
bis 15 %bis 40 % und darüber*205

03 · Gruppen

Unterschiede zwischen den eingeschlossenen Gruppen.

Unter den 36 aktuell als Universitätsklinika zugeordneten Kennzeichen erreichte keines die 80-Prozent-Schwelle. Dasselbe gilt für die 25 Kennzeichen mit mindestens 1.000 Betten und vollständig zugeordneten aktiven Standorten. Die Bettenauswertung umfasst insgesamt 1.116 von 1.524 Kennzeichen.

Die Verknüpfung nutzt die am 2. Oktober 2026 gültigen Verzeichniseinträge. 25 Kennzeichen bleiben ohne eindeutige aktuelle Zuordnung. Zulassung und Träger sind für 1.499 Kennzeichen auswertbar. Größe, Auswahl der Prüffälle und Versorgungsauftrag können zusammenhängen; Ursachen lassen sich aus diesen Daten nicht bestimmen.

Die ergänzende Auswertung zeigt nur Kennzeichen mit mindestens zehn abgeschlossenen Prüfungen. Diese Grenze ist eine frei gewählte Prüfung der Empfindlichkeit der Ergebnisse. Auch dort kann der Anteil bei weiteren Prüfungen schwanken.

Anteil der Krankenhäuser je Stufe ab 2027, nach Merkmal

2. Quartal 2026, Angaben in Prozent der Häuser der Gruppe

≥ 80 % · bis 5 %65–80 % · bis 20 %50–65 % · bis 40 %< 50 % · bis 40 %
unter 100 Bettenn = 259
100–299 Bettenn = 483
300–599 Bettenn = 270
600–999 Bettenn = 79
1.000 Betten und mehrn = 25

Gruppen mit weniger als zehn Kennzeichen werden ausgeblendet. Standorte werden je eindeutig zugeordneter Einrichtung zusammengeführt; Betten werden nur bei vollständiger Abdeckung im Bundes-Klinik-Atlas vom 29. September 2026 summiert. Mehrere Kennzeichen derselben Einrichtung wären ausgeschlossen; solche Fälle lagen in dieser Auswertung nicht vor. Verzeichnisstand und Beobachtungsquartal unterscheiden sich.

Daten als Tabelle
Gruppen≥ 80 %65–80 %50–65 %< 50 %Median
Bettenzahl
unter 100 Betten25919,7 %17,0 %26,6 %36,7 %55,0 %
100–299 Betten4833,9 %17,2 %42,9 %36,0 %54,6 %
300–599 Betten2700,4 %7,4 %47,0 %45,2 %51,6 %
600–999 Betten791,3 %5,1 %49,4 %44,3 %51,3 %
1.000 Betten und mehr250,0 %0,0 %56,0 %44,0 %51,2 %
Zulassung
Universitätsklinika360,0 %2,8 %58,3 %38,9 %51,5 %
Plankrankenhäuser1.37012,2 %15,0 %38,0 %34,7 %55,0 %
Häuser mit Versorgungsvertrag9324,7 %23,7 %20,4 %31,2 %64,4 %
Träger
öffentlich5138,6 %15,6 %46,0 %29,8 %55,4 %
freigemeinnützig50311,1 %15,9 %37,6 %35,4 %54,6 %
privat48318,6 %14,3 %28,2 %38,9 %54,6 %
Kreistyp
kreisfreie Großstädte4329,3 %15,0 %37,3 %38,4 %53,3 %
städtische Kreise49414,2 %15,6 %39,9 %30,4 %56,2 %
ländliche Kreise mit Verdichtungsansätzen29014,5 %15,2 %35,2 %35,2 %55,0 %
dünn besiedelte ländliche Kreise28013,6 %15,0 %35,7 %35,7 %55,6 %
Fachliche Ausrichtung
allgemeine somatische Häuser7651,2 %11,2 %46,1 %41,4 %52,5 %
somatische Fachkliniken35018,0 %18,3 %29,4 %34,3 %56,7 %
rein psychiatrisch oder psychosomatisch8953,9 %30,3 %11,2 %4,5 %81,2 %
Schlussrechnungen je Quartal
unter 50039334,4 %19,6 %20,6 %25,4 %66,7 %
500–1.99952210,0 %20,1 %36,4 %33,5 %55,8 %
2.000–4.9994361,1 %10,1 %49,1 %39,7 %53,2 %
5.000–9.9991380,7 %3,6 %45,7 %50,0 %49,9 %
10.000 und mehr350,0 %0,0 %57,1 %42,9 %51,2 %

04 · Verlauf

Dieselben Schwellen über 26 Quartale.

Legt man die Schwellen ab 2027 an jedes veröffentlichte Quartal an, erreichten seit 2020 zwischen 7,2 % und 14,4 % der Häuser die Stufe mit bis zu 5 Prozent. Der bundesweite Anteil unbeanstandeter Prüfungen bewegte sich in dieser Zeit um 50 Prozent.

Die Schwellen galten in diesen Quartalen noch nicht. Ob Häuser ihr Verhalten an die neuen Stufen anpassen, zeigt erst die Statistik ab 2027.

Anteil der Krankenhäuser je Stufe, Schwellen ab 2027 rückwirkend angelegt

1. Quartal 2020 bis 2. Quartal 2026, je Balken 100 % der Häuser mit abgeschlossenen Prüfungen

≥ 80 %65–80 %50–65 %< 50 %
Daten als Tabelle
QuartalHäuser≥ 80 %65–80 %50–65 %< 50 %Median
1. Quartal 20201.6328,4 %16,3 %42,2 %33,1 %55,0 %
2. Quartal 20201.6177,5 %14,6 %39,1 %38,8 %53,0 %
3. Quartal 20201.6117,6 %12,5 %34,1 %45,7 %50,0 %
4. Quartal 20201.6207,2 %10,7 %33,0 %49,1 %50,0 %
1. Quartal 20211.6278,0 %9,1 %30,0 %52,9 %49,0 %
2. Quartal 20211.6218,7 %12,1 %32,0 %47,3 %50,0 %
3. Quartal 20211.6169,7 %11,9 %33,2 %45,3 %51,0 %
4. Quartal 20211.61311,2 %12,8 %37,9 %38,1 %53,4 %
1. Quartal 20221.61810,8 %13,8 %38,1 %37,2 %53,7 %
2. Quartal 20221.61210,7 %14,6 %40,3 %34,4 %54,7 %
3. Quartal 20221.60810,3 %16,9 %42,2 %30,7 %56,3 %
4. Quartal 20221.60410,5 %18,8 %40,8 %30,0 %56,5 %
1. Quartal 20231.61111,5 %15,5 %41,7 %31,3 %55,6 %
2. Quartal 20231.60311,8 %16,0 %39,3 %32,9 %55,1 %
3. Quartal 20231.60311,4 %17,3 %37,9 %33,3 %55,1 %
4. Quartal 20231.59913,1 %18,7 %40,2 %28,0 %56,8 %
1. Quartal 20241.58813,5 %17,1 %39,6 %29,8 %56,8 %
2. Quartal 20241.58513,2 %18,4 %37,2 %31,1 %56,8 %
3. Quartal 20241.57814,4 %15,4 %38,1 %32,1 %55,9 %
4. Quartal 20241.57413,9 %15,9 %40,5 %29,6 %57,0 %
1. Quartal 20251.56712,4 %15,9 %38,3 %33,4 %55,1 %
2. Quartal 20251.55912,2 %16,2 %37,9 %33,7 %55,1 %
3. Quartal 20251.55512,5 %14,2 %37,7 %35,5 %55,2 %
4. Quartal 20251.54913,4 %14,5 %37,7 %34,4 %55,4 %
1. Quartal 20261.52811,9 %16,2 %36,5 %35,4 %54,9 %
2. Quartal 20261.52412,7 %15,2 %37,3 %34,9 %55,0 %

05 · Regelungen

Textumfang mit abgegrenztem Vergleich.

Deutsche Kodierrichtlinien und Abrechnungsbestimmungen einschließlich Klarstellungen umfassen in der erfassten Fassung 2010 zusammen 46.287 Wörter, 2026 sind es 63.228. Der Vergleich umfasst dieselben Dokumentgruppen.

Die weiter gefasste Sammlung enthält zusätzlich MD-Kodierempfehlungen, die Prüfverfahrensvereinbarung mit Hinweisen und Ergänzungen sowie die Richtlinie zu Struktur- und Leistungsgruppenprüfungen. Zusammen sind das 259.011 Wörter. Davon entfallen 112.374 auf Struktur- und Leistungsgruppenprüfungen mit einem eigenen Anwendungsbereich.

Die Wortzahl beschreibt den Umfang der ausgewählten Texte. Komplexität, Bearbeitungszeit und die im einzelnen Fall anzuwendenden Regeln müssen gesondert untersucht werden. Gesetzestexte sind in diesem Gesamtwert nicht enthalten.

Gleiche Dokumentgruppen: Kodierrichtlinien und Abrechnungsbestimmungen

2010rund 46.000 Wörter
2026rund 63.000 Wörter
  • DKR und Abrechnungsbestimmungen 2010
  • Zuwachs derselben Dokumentgruppen: 17.000 Wörter

2010 umfassten die gemessenen Regelwerke rund 46.000 Wörter, 2026 rund 63.000 Wörter.

Daten als Tabelle
Dokumentgruppe20102026
Fallpauschalenvereinbarung mit Klarstellungen4.5215.814
Deutsche Kodierrichtlinien41.76657.414

Gemessene Wortzahlen einschließlich Verzeichnissen und Anlagen. Die frühere Hochrechnung der MD-Kodierempfehlungen für 2010 ist aus diesem Vergleich entfernt. Die Prüfverfahrensvereinbarung allein umfasst 2014 1.616 und 2021 2.814 Wörter; Hinweise und Ergänzungen sind in diesen beiden Werten jeweils ausgeschlossen.

Die weiter gefasste Sammlung im Größenvergleich

Grundgesetz
geltende Fassung
23.885
Franz Kafka: Der Process
Ausgabe 1925
71.655
Thomas Mann: Buddenbrooks
228.340
Ausgewählte Dokumente 2026
gemessen
259.011
Thomas Mann: Der Zauberberg
304.580

Wörter der deutschen Texte; der Vergleich veranschaulicht ausschließlich Textmengen. Sammlung: 146.637 Wörter zu Kodierung, Abrechnung und Prüfverfahren sowie 112.374 Wörter zu Struktur- und Leistungsgruppenprüfungen. Quellen und Fassungen im Messprotokoll.

Veröffentlichte BSG-Entscheidungen zur Krankenhausvergütung

Auswertung von rechtsprechung-im-internet.de. Die Datenbank enthält eine Auswahl veröffentlichter Entscheidungen; die Zahl bildet keine vollständige Gerichtsstatistik ab.

06 · Kosten und Zeit

Rund 260 Millionen Euro und 3,6 Millionen Arbeitsstunden zusätzlich.

Die bevorzugte Schätzung verbindet 1,3 Millionen zusätzliche Prüfungen mit Zeitansätzen für Krankenhäuser, Medizinische Dienste und Krankenkassen. Der Mengenansatz folgt einer Rechnung der FinanzKommission Gesundheit zur Abschaffung der Quoten. Seine Übertragung auf die beschlossene Quotenänderung ist eine eigene Modellentscheidung.

Die amtlichen Daten ergeben rund 4,06 Millionen zusätzliche gewöhnliche Prüfmöglichkeiten. Der bevorzugte Zuwachs nutzt davon etwa ein Drittel. Die gewählte Spanne von 1 bis 2 Millionen zusätzlichen Prüfungen berücksichtigt eine begrenzte Ausweitung beziehungsweise stärkeren Kapazitätsaufbau.

Je weitere 100.000 Prüfungen entstehen bei bevorzugten Ansätzen rund 20 Millionen Euro Aufwand und 275.000 Arbeitsstunden. Diese Größen lassen sich mit neuen Mengen- und Zeitdaten fortschreiben.

Krankenhaus- und Kassenarbeit wird mit amtlichen Lohnkostensätzen bewertet. Der historische MD-Vollkostensatz wird anhand der Arbeitskostenentwicklung aktualisiert. Der ausgewiesene Aufwand kann auch innerhalb vorhandener Stellen entstehen. Ein langsamer Anlauf kann die Belastung im Kalenderjahr 2027 verringern.

Zusätzliche jährliche Verwaltungskosten

Planungskorridor mit offengelegten Mengen- und Zeitannahmen

Unterer Ansatz146 Mio. €

1 Mio. zusätzliche Prüfungen · 1,75 Mio. Arbeitsstunden

Bevorzugte Schätzung262 Mio. €

1,3 Mio. zusätzliche Prüfungen · 3,58 Mio. Arbeitsstunden

Oberer Ansatz736 Mio. €

2 Mio. zusätzliche Prüfungen · 8,5 Mio. Arbeitsstunden

  • Krankenhäuser
  • Medizinischer Dienst
  • Krankenkassen

Bevorzugte Schätzung nach Beteiligten

BeteiligteMio. € jährlichMio. Stunden jährlich
Krankenhäuser931,95
Medizinischer Dienst1390,98
Krankenkassen300,65
Insgesamt2623,58

1,3 Mio. zusätzliche Prüfungen × 201,81 € je Prüfung. Zeitansätze: Krankenhaus 90 Minuten, MD 30 Minuten Begutachtung plus 15 Minuten Unterstützung, Krankenkasse 30 Minuten. Amtliche Lohnkostensätze 2025; historischer MD-Vollkostensatz auf 2025 fortgeschrieben. Die MD-Unterstützung wird monetär kein zweites Mal addiert.

Die Spanne verbindet jeweils alle unteren oder oberen Annahmen. Bei unveränderten Stückkosten und 1–2 Mio. zusätzlichen Prüfungen beträgt sie 202–404 Mio. €. Sie ist kein statistisches Konfidenzintervall.

Eine alternative Übernahme der Kassen- und MD-Kosten der FinanzKommission zuzüglich unserer Krankenhauskosten ergibt 523 Mio. €. Die Herleitung unterscheidet sich; der Wert dient als Plausibilitätsprüfung.

Quellen und Rechengrenzen

FinanzKommission Gesundheit, S. 232: Mengenanker 1,3 Mio. zusätzliche Prüfungen; abweichender Reformvorschlag.

Kaysers Consilium, S. 4: unterer Krankenhausansatz von 45 Minuten. Bevorzugt 90 und oben 120 Minuten sind eigene Annahmen.

Bundesrechnungshof 2019, S. 57: 30 Minuten Begutachtung und 150 € Vollkosten je Gutachterstunde, Basis 2016.

Destatis, Arbeitskosten: Fortschreibung des MD-Satzes mit 41,70 / 29,20 auf 214,21 €. Lohnkostentabellen 2025, S. 23 und 25: Krankenhaus 74,10 und 34,50 €/Std.; Sozialversicherung 30,30, 46,30 und 73,20 €/Std.

Kassenzeiten, MD-Unterstützung und Berufsgruppenanteile sind Modellannahmen. Die Spanne ist weder eine gesicherte Mindestbelastung noch eine absolute Obergrenze. Zusätzliche Sachkosten außerhalb des MD, Gerichtsverfahren und Umstellungskosten sind nicht gesondert bewertet. Zahlungsverschiebungen und der Nutzen der Prüfungen erfordern eine eigene Bewertung.

07 · Grenzen

Was die Daten nicht zeigen.

Aufwand je Prüfung

Die ausgewerteten Quellen liefern keine aktuelle, repräsentative Messung der Bearbeitungszeit über Krankenhaus, Krankenkasse und Medizinischen Dienst hinweg. Abschnitt 06 macht die Abhängigkeit von veröffentlichten Quellenankern und eigenen Zeitannahmen sichtbar.

Fachgebiete und Kodes

Die Statistik nennt weder Fachabteilungen noch OPS-Kodes. Aussagen etwa zur Rheumatologie oder Schmerztherapie sind damit nicht möglich. Eine Einordnung nach Fachabteilungsanteilen ersetzt keine Auswertung einzelner Prüffälle.

Ausgewählte Rechnungen

Die Kassen wählen aus, welche Rechnungen sie prüfen lassen. Der Anteil unbeanstandeter Prüfungen beschreibt die Ergebnisse dieser Fälle. Wie viele Rechnungen eines Hauses insgesamt korrekt sind, lässt sich daraus nicht ableiten.

08 · Methodik

So ist der Atlas entstanden.

Datenquelle
GKV-Spitzenverband, Statistik nach § 275c Abs. 4 SGB V, Quartalsdateien vom 1. Quartal 2020 bis zum 2. Quartal 2026, abgerufen am 4. Oktober 2026. Bundesweite Summen aus den Quartalsdateien.
Einheit und Kennzahl
Krankenhaus nach Institutionskennzeichen; die bundesweite Summenzeile ist ausgeschlossen. Kennzahl ist der veröffentlichte Anteil unbeanstandeter Prüfungen je Haus, ab dem 3. Quartal 2021 gegen die Zahl der Prüfungen nachgerechnet (größte Abweichung 0,005 Prozentpunkte). Berücksichtigt sind Häuser mit abgeschlossenen Prüfungen im Quartal, im 2. Quartal 2026 1.524 von 1.603.
Stufen
§ 275c Abs. 2 SGB V in der Fassung des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes (BGBl. 2026 I Nr. 228): 80 Prozent und mehr, 65 bis unter 80, 50 bis unter 65 und unter 50 Prozent. Die Schwellen werden auf veröffentlichte Quartale angewendet, in denen sie noch nicht galten. Die mittlere Höchstquote ist der Durchschnitt der zulässigen Quote über alle Häuser; die Stufe unter 50 Prozent geht mit 40 Prozent ein.
Strukturmerkmale
Gültige und aktive Verzeichniseinträge zum 2. Oktober 2026; Haupt- und Abrechnungskennzeichen werden gemeinsam auf eine eindeutige Einrichtung geprüft. 1.499 von 1.524 Kennzeichen zugeordnet, 25 ausgeschlossen. Betten nur bei vollständiger Zuordnung aller aktiven Standorte: 1.116 Kennzeichen. Aktuelle Merkmale werden ausschließlich mit dem 2. Quartal 2026 verknüpft.
Schutz einzelner Häuser
Veröffentlicht werden nur Aggregate. Gruppen mit weniger als zehn Häusern werden nicht berichtet. Daten zu einzelnen Krankenhäusern gibt der Atlas nicht heraus.
Regelwerke
Wortzählung als durch Leerraum getrennte Einheiten aus den gespeicherten Textfassungen einschließlich Verzeichnissen und Anlagen. Der historische Vergleich umfasst DKR und Abrechnungsbestimmungen. Die breitere Sammlung wird nur für 2026 gezeigt; Strukturprüfungen sind gesondert ausgewiesen. Wortzahlen werden nicht in Lese- oder Bearbeitungszeiten umgerechnet.
Prüfung
Nationale Stufenzahlen und Nenner wurden aus den Quelldateien nachgerechnet. Die ergänzende Auswertung mit mindestens zehn Prüfungen umfasst 1.364 Kennzeichen. Die Berechnungsskripte und Quellenprüfsummen sind im Auswertungspaket dokumentiert.

09 · Daten und Zitation

Frei verwendbar, mit Quelle.

Die abgeleiteten Aggregate stehen unter der Lizenz CC BY 4.0. Die Ausgangsdaten veröffentlicht der GKV-Spitzenverband; für sie gelten dessen Bedingungen.

Version 2.0, Stand 5. Oktober 2026. Neue Quartale werden mit neuer Versionsnummer ergänzt.

Jungmann S. Prüfquoten-Atlas: Zusätzliche Verwaltungskosten und amtliche Prüfstatistik zu den Quoten ab 2027. Version 2.0, Datenstand 2. Quartal 2026. Berlin: aiomics GmbH; 2026. https://www.aiomics.io/de/wissen/pruefquoten-atlas

Korrektur vom 5. Oktober 2026: Rechnungsbestände direkt aus den Meldedaten übernommen; Berichts- und Anwendungsquartale getrennt; Verknüpfung auf gültige Einträge beschränkt; unvollständige Bettenzuordnungen ausgeschlossen; kleine Prüfzahlen und Annahmen offengelegt; Textvergleich auf gleiche Dokumentgruppen begrenzt.

Herausgeberin ist die aiomics GmbH, Berlin. Sie bietet Software zur Verarbeitung klinischer Dokumente an, auch für die Bearbeitung von Anfragen des Medizinischen Dienstes. Das Unternehmen finanziert die Arbeit. Die Auswertung verantwortet Dr. med. Sven Jungmann, Mitgründer und Geschäftsführer.

Hinweise auf Fehler oder abweichende Lesarten nehmen wir gern auf: Kontakt. Korrekturen werden mit Datum und neuer Versionsnummer vermerkt.