Einordnung der Ergebnisse
- 0–3 Punkte
Niedrige Vortestwahrscheinlichkeit
In Studien und einer Metaanalyse hatte ein niedriger Wert einen sehr hohen negativen prädiktiven Wert für eine HIT.
- 4–5 Punkte
Mittlere Vortestwahrscheinlichkeit
Der positive prädiktive Wert mittlerer Werte war in Studien deutlich geringer als der negative prädiktive Wert niedriger Werte; die Diagnose stützt sich auf die Labortestung.
- 6–8 Punkte
Hohe Vortestwahrscheinlichkeit
Die höchste Wahrscheinlichkeitsgruppe. Bestätigt oder ausgeschlossen wird eine HIT durch Antikörpertests gegen Plättchenfaktor 4/Heparin und gegebenenfalls funktionelle Tests.
Einordnung nach Lo 2006 [1]. Die Werte beschreiben Gruppen aus Studienkohorten, keine Vorhersage für eine einzelne Person.
Hintergrund
Die vier T stehen für Thrombozytopenie, Timing des Abfalls, Thrombose und andere Ursachen (oTher causes). Die vier Kriterien erhalten je 0 bis 2 Punkte, die Summe reicht von 0 bis 8.
Die HIT Typ II ist eine immunvermittelte Reaktion mit Antikörpern gegen Komplexe aus Plättchenfaktor 4 und Heparin. Leitlinien, etwa der American Society of Hematology von 2018, nutzen den 4T-Score als ersten Schritt der Abklärung vor der Labordiagnostik.
Grenzen
- Besonders die Einschätzung anderer Ursachen unterscheidet sich zwischen Untersuchenden.
- Der positive prädiktive Wert hoher Werte ist begrenzt; der Score ersetzt die Labordiagnostik nicht.
Quellen
- Lo GK, Juhl D, Warkentin TE, Sigouin CS, Eichler P, Greinacher A. Evaluation of pretest clinical score (4 T's) for the diagnosis of heparin-induced thrombocytopenia in two clinical settings. J Thromb Haemost. 2006;4(4):759–765.
- Cuker A, Gimotty PA, Crowther MA, Warkentin TE. Predictive value of the 4Ts scoring system for heparin-induced thrombocytopenia: a systematic review and meta-analysis. Blood. 2012;120(20):4160–4167.