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PunktescoreHämatologie & Hämostaseologie · Intensivmedizin

4T-Score

Vortestwahrscheinlichkeit einer heparininduzierten Thrombozytopenie

Der 4T-Score schätzt vor der Labordiagnostik die klinische Wahrscheinlichkeit einer heparininduzierten Thrombozytopenie Typ II. Lo, Warkentin, Greinacher und Kolleg:innen haben ihn 2006 in zwei klinischen Umgebungen in Kanada und Deutschland untersucht.

Zu Lehr- und Informationszwecken. Kein Medizinprodukt, nicht zur Anwendung an Patient:innen bestimmt.

Diese Seiten erklären veröffentlichte klinische Scores und Formeln: Kriterien, Rechenweg, Einordnung durch die Originalquelle und Grenzen. Sie sind kein Medizinprodukt und nicht dafür bestimmt, Diagnosen zu stellen, Therapien auszuwählen oder Entscheidungen über einzelne Patient:innen zu treffen. Ergebnisse beschreiben Beobachtungen aus Studienkohorten. Die Inhalte wurden mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und können Fehler enthalten.

Zweckbestimmung, Prüfstand und Haftung →

Anwendungsbereich laut Quelle

Untersuchte Gruppe Patient:innen unter Heparin mit Thrombozytenabfall, vor dem Ergebnis der Labordiagnostik.

Ausgeschlossen oder nicht übertragbar
  • Intensivstation und Herzchirurgie: Viele alternative Ursachen machen die Aussagekraft geringer.
Übungsfall: Thrombozytenabfall nach Hüftendoprothese

Fiktiver Lehrfall

Eine 70-jährige Frau erhält nach einer Hüftendoprothese seit sieben Tagen unfraktioniertes Heparin. Die Thrombozyten fallen von 260.000 auf 95.000/µl. Sonografisch zeigt sich eine neue tiefe Beinvenenthrombose. Sie erhält zudem ein Antibiotikum, das selten Thrombozytopenien auslöst.

Füllen Sie das Formular zuerst selbst aus. Danach können Sie Ihre Lösung mit der Musterlösung vergleichen.

Kriterien

Thrombozytopenie
Zeitpunkt des Thrombozytenabfalls

Tag 0 ist der erste Tag der aktuellen Heparingabe

Thrombose oder andere Folgen
Andere Ursachen der Thrombozytopenie
Ergebnis Kriterien auswählen

Einordnung der Ergebnisse

  1. 0–3 Punkte

    Niedrige Vortestwahrscheinlichkeit

    In Studien und einer Metaanalyse hatte ein niedriger Wert einen sehr hohen negativen prädiktiven Wert für eine HIT.

  2. 4–5 Punkte

    Mittlere Vortestwahrscheinlichkeit

    Der positive prädiktive Wert mittlerer Werte war in Studien deutlich geringer als der negative prädiktive Wert niedriger Werte; die Diagnose stützt sich auf die Labortestung.

  3. 6–8 Punkte

    Hohe Vortestwahrscheinlichkeit

    Die höchste Wahrscheinlichkeitsgruppe. Bestätigt oder ausgeschlossen wird eine HIT durch Antikörpertests gegen Plättchenfaktor 4/Heparin und gegebenenfalls funktionelle Tests.

Einordnung nach Lo 2006 [1]. Die Werte beschreiben Gruppen aus Studienkohorten, keine Vorhersage für eine einzelne Person.

Hintergrund

Die vier T stehen für Thrombozytopenie, Timing des Abfalls, Thrombose und andere Ursachen (oTher causes). Die vier Kriterien erhalten je 0 bis 2 Punkte, die Summe reicht von 0 bis 8.

Die HIT Typ II ist eine immunvermittelte Reaktion mit Antikörpern gegen Komplexe aus Plättchenfaktor 4 und Heparin. Leitlinien, etwa der American Society of Hematology von 2018, nutzen den 4T-Score als ersten Schritt der Abklärung vor der Labordiagnostik.

Grenzen

  • Besonders die Einschätzung anderer Ursachen unterscheidet sich zwischen Untersuchenden.
  • Der positive prädiktive Wert hoher Werte ist begrenzt; der Score ersetzt die Labordiagnostik nicht.

Quellen

  1. Lo GK, Juhl D, Warkentin TE, Sigouin CS, Eichler P, Greinacher A. Evaluation of pretest clinical score (4 T's) for the diagnosis of heparin-induced thrombocytopenia in two clinical settings. J Thromb Haemost. 2006;4(4):759–765.

    Originalpublikation

  2. Cuker A, Gimotty PA, Crowther MA, Warkentin TE. Predictive value of the 4Ts scoring system for heparin-induced thrombocytopenia: a systematic review and meta-analysis. Blood. 2012;120(20):4160–4167.

    Validierung

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