Einordnung der Ergebnisse
- −1 bis 1 Punkt
Niedrige Wahrscheinlichkeit
In der Originalstudie war der Anteil positiver Rachenkulturen auf Streptokokken der Gruppe A in diesem Bereich am niedrigsten.
- 2–3 Punkte
Mittlere Wahrscheinlichkeit
In der Originalstudie stieg der Anteil positiver Rachenkulturen mit der Punktzahl an.
- 4–5 Punkte
Höhere Wahrscheinlichkeit
In der Originalstudie war der Anteil positiver Rachenkulturen in diesem Bereich am höchsten; er lag aber auch hier deutlich unter 100 %.
Einordnung nach McIsaac 1998 [1]. Die Werte beschreiben Gruppen aus Studienkohorten, keine Vorhersage für eine einzelne Person.
Hintergrund
Die Centor-Kriterien umfassen Fieber, fehlenden Husten, geschwollene vordere Halslymphknoten und Tonsillenexsudat. McIsaac ergänzte einen Punkt für Kinder von 3 bis 14 Jahren und zog ab 45 Jahren einen Punkt ab.
Die S3-Leitlinie Halsschmerzen der DEGAM (Stand 2020, derzeit in Überarbeitung) nutzt Centor- oder McIsaac-Score, um die Wahrscheinlichkeit einer Streptokokken-Infektion einzuordnen und Schnelltests und Antibiotika gezielt einzusetzen.
Grenzen
- Auch bei hohen Werten liegt häufig keine Streptokokken-Infektion vor; bei niedrigen ist sie nicht ausgeschlossen.
- Asymptomatische Trägerschaft von Streptokokken kann Rachenabstriche positiv machen, ohne die Beschwerden zu erklären.
Quellen
- McIsaac WJ, White D, Tannenbaum D, Low DE. A clinical score to reduce unnecessary antibiotic use in patients with sore throat. CMAJ. 1998;158(1):75–83.
- Centor RM, Witherspoon JM, Dalton HP, Brody CE, Link K. The diagnosis of strep throat in adults in the emergency room. Med Decis Making. 1981;1(3):239–246.
- Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM). S3-Leitlinie Halsschmerzen. AWMF-Register-Nr. 053-010, Version 2.2, Stand 31.10.2020. Gültig bis 30.10.2025, derzeit in Überarbeitung.