Zum Hauptinhalt springen

PunktescoreAllgemeinmedizin · Infektiologie

McIsaac-Score (modifizierter Centor-Score)

Wahrscheinlichkeit einer Streptokokken-Tonsillopharyngitis

Der McIsaac-Score schätzt, wie wahrscheinlich Halsschmerzen auf Streptokokken der Gruppe A zurückgehen. McIsaac und Kolleg:innen haben 1998 die Centor-Kriterien von 1981 um eine Altersgewichtung ergänzt, damit der Score auch für Kinder anwendbar ist.

Zu Lehr- und Informationszwecken. Kein Medizinprodukt, nicht zur Anwendung an Patient:innen bestimmt.

Diese Seiten erklären veröffentlichte klinische Scores und Formeln: Kriterien, Rechenweg, Einordnung durch die Originalquelle und Grenzen. Sie sind kein Medizinprodukt und nicht dafür bestimmt, Diagnosen zu stellen, Therapien auszuwählen oder Entscheidungen über einzelne Patient:innen zu treffen. Ergebnisse beschreiben Beobachtungen aus Studienkohorten. Die Inhalte wurden mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und können Fehler enthalten.

Zweckbestimmung, Prüfstand und Haftung →

Anwendungsbereich laut Quelle

Untersuchte Gruppe Kinder ab drei Jahren und Erwachsene mit akuten Halsschmerzen.

Ausgeschlossen oder nicht übertragbar
  • Kinder unter drei Jahren
Übungsfall: Halsschmerzen in der Hausarztpraxis

Fiktiver Lehrfall

Eine 19-jährige Studentin hat seit zwei Tagen Halsschmerzen. Sie misst 38,6 °C, hustet nicht und hat geschwollene Tonsillen mit Belägen. Die vorderen Halslymphknoten sind nicht vergrößert.

Füllen Sie das Formular zuerst selbst aus. Danach können Sie Ihre Lösung mit der Musterlösung vergleichen.

Kriterien

Nicht angekreuzte Kriterien zählen als nicht erfüllt.

Alter
Ergebnis Kriterien auswählen

Einordnung der Ergebnisse

  1. −1 bis 1 Punkt

    Niedrige Wahrscheinlichkeit

    In der Originalstudie war der Anteil positiver Rachenkulturen auf Streptokokken der Gruppe A in diesem Bereich am niedrigsten.

  2. 2–3 Punkte

    Mittlere Wahrscheinlichkeit

    In der Originalstudie stieg der Anteil positiver Rachenkulturen mit der Punktzahl an.

  3. 4–5 Punkte

    Höhere Wahrscheinlichkeit

    In der Originalstudie war der Anteil positiver Rachenkulturen in diesem Bereich am höchsten; er lag aber auch hier deutlich unter 100 %.

Einordnung nach McIsaac 1998 [1]. Die Werte beschreiben Gruppen aus Studienkohorten, keine Vorhersage für eine einzelne Person.

Hintergrund

Die Centor-Kriterien umfassen Fieber, fehlenden Husten, geschwollene vordere Halslymphknoten und Tonsillenexsudat. McIsaac ergänzte einen Punkt für Kinder von 3 bis 14 Jahren und zog ab 45 Jahren einen Punkt ab.

Die S3-Leitlinie Halsschmerzen der DEGAM (Stand 2020, derzeit in Überarbeitung) nutzt Centor- oder McIsaac-Score, um die Wahrscheinlichkeit einer Streptokokken-Infektion einzuordnen und Schnelltests und Antibiotika gezielt einzusetzen.

Grenzen

  • Auch bei hohen Werten liegt häufig keine Streptokokken-Infektion vor; bei niedrigen ist sie nicht ausgeschlossen.
  • Asymptomatische Trägerschaft von Streptokokken kann Rachenabstriche positiv machen, ohne die Beschwerden zu erklären.

Quellen

  1. McIsaac WJ, White D, Tannenbaum D, Low DE. A clinical score to reduce unnecessary antibiotic use in patients with sore throat. CMAJ. 1998;158(1):75–83.

    Originalpublikation

  2. Centor RM, Witherspoon JM, Dalton HP, Brody CE, Link K. The diagnosis of strep throat in adults in the emergency room. Med Decis Making. 1981;1(3):239–246.

    Originalpublikation

  3. Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM). S3-Leitlinie Halsschmerzen. AWMF-Register-Nr. 053-010, Version 2.2, Stand 31.10.2020. Gültig bis 30.10.2025, derzeit in Überarbeitung.

    Leitlinie oder Empfehlung

Weniger Suchen. Weniger Schreiben. Mehr Medizin.

Sprechen wir über den ersten Ablauf in Ihrer Klinik.

Gespräch vereinbaren →