Einordnung der Ergebnisse
- unter 450 ms
Nicht verlängert
Unterhalb der üblichen Grenzwerte von 450 ms für Männer und 460 ms für Frauen.
- 450–499 ms
Grenzwertig bis verlängert
Nach den AHA/ACCF/HRS-Empfehlungen gelten Werte ab 450 ms bei Männern und ab 460 ms bei Frauen als verlängert.
- ab 500 ms
Deutlich verlängert
Ab 500 ms beschreiben Fachgesellschaften ein deutlich erhöhtes Risiko für Torsade-de-pointes-Tachykardien.
Einordnung nach Rautaharju 2009 [1]. Die Werte beschreiben Gruppen aus Studienkohorten, keine Vorhersage für eine einzelne Person.
Hintergrund
Bazett: QTc = QT ÷ √RR. Fridericia: QTc = QT ÷ ∛RR. RR ist das Intervall zwischen zwei R-Zacken in Sekunden, also 60 ÷ Herzfrequenz.
Gemessen wird üblicherweise in Ableitung II oder V5 mit der Tangentenmethode am Ende der T-Welle. Bei Frequenzen über etwa 90 pro Minute überschätzt die Bazett-Formel die QTc, unter 60 pro Minute unterschätzt sie sie.
Grenzen
- Bei Vorhofflimmern schwankt das RR-Intervall; dann über mehrere Schläge mitteln.
- Ein verbreiterter QRS-Komplex, etwa bei Schenkelblock, verlängert die QT-Zeit; dafür gibt es eigene Korrekturansätze.
- Grenzwerte unterscheiden sich nach Alter, Geschlecht und Fachgesellschaft.
Quellen
- Rautaharju PM, Surawicz B, Gettes LS. AHA/ACCF/HRS recommendations for the standardization and interpretation of the electrocardiogram. Part IV: the ST segment, T and U waves, and the QT interval. Circulation. 2009;119(10):e241–e250.
- Bazett HC. An analysis of the time-relations of electrocardiograms. Heart. 1920;7:353–370. Nachdruck: Ann Noninvasive Electrocardiol. 1997;2(2):177–194.