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PunktescoreAnästhesiologie · Kardiologie · Chirurgie

Revised Cardiac Risk Index (Lee-Index)

Kardiales Risiko bei nicht kardialen Operationen

Der Revised Cardiac Risk Index schätzt das Risiko schwerer kardialer Komplikationen nach elektiven, nicht kardialen Operationen. Lee und Kolleg:innen haben ihn 1999 an über 4.000 Patient:innen ab 50 Jahren in Boston entwickelt und validiert.

Zu Lehr- und Informationszwecken. Kein Medizinprodukt, nicht zur Anwendung an Patient:innen bestimmt.

Diese Seiten erklären veröffentlichte klinische Scores und Formeln: Kriterien, Rechenweg, Einordnung durch die Originalquelle und Grenzen. Sie sind kein Medizinprodukt und nicht dafür bestimmt, Diagnosen zu stellen, Therapien auszuwählen oder Entscheidungen über einzelne Patient:innen zu treffen. Ergebnisse beschreiben Beobachtungen aus Studienkohorten. Die Inhalte wurden mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und können Fehler enthalten.

Zweckbestimmung, Prüfstand und Haftung →

Anwendungsbereich laut Quelle

Untersuchte Gruppe Erwachsene ab 50 Jahren vor elektiven, nicht kardialen Operationen; abgeleitet in Boston.

Ausgeschlossen oder nicht übertragbar
  • Notfalleingriffe und Patient:innen unter 50 Jahren: Sie waren nicht Teil der Ableitung.
Übungsfall: Prämedikation vor Hemikolektomie

Fiktiver Lehrfall

Ein 68-jähriger Mann soll elektiv offen hemikolektomiert werden. Vor fünf Jahren hatte er einen Myokardinfarkt, seinen Diabetes mellitus behandelt er mit Insulin. Das Kreatinin liegt bei 1,1 mg/dl, eine Herzinsuffizienz oder zerebrovaskuläre Erkrankung ist nicht bekannt.

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Kriterien

Nicht angekreuzte Kriterien zählen als nicht erfüllt.

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Einordnung der Ergebnisse

  1. 0 Punkte (Klasse I)

    Klasse I

    In der Validierungskohorte traten bei 0,4 % schwere kardiale Komplikationen auf.

  2. 1 Punkt (Klasse II)

    Klasse II

    In der Validierungskohorte traten bei 0,9 % schwere kardiale Komplikationen auf.

  3. 2 Punkte (Klasse III)

    Klasse III

    In der Validierungskohorte traten bei 6,6 % schwere kardiale Komplikationen auf.

  4. 3–6 Punkte (Klasse IV)

    Klasse IV

    In der Validierungskohorte traten bei 11 % schwere kardiale Komplikationen auf.

Einordnung nach Lee 1999 [1]. Die Werte beschreiben Gruppen aus Studienkohorten, keine Vorhersage für eine einzelne Person.

Hintergrund

Als schwere kardiale Komplikationen galten Myokardinfarkt, Lungenödem, Kammerflimmern oder primärer Herzstillstand und kompletter AV-Block.

Die ESC-Leitlinie 2022 zur nicht kardialen Chirurgie nennt den Index als eines der Instrumente zur klinischen Risikoabschätzung, gemeinsam mit Belastbarkeit und Biomarkern.

Grenzen

  • In neueren Kohorten unterschätzt der Index das Risiko teils, besonders bei gefäßchirurgischen Eingriffen.
  • Belastbarkeit, Gebrechlichkeit und Biomarker wie NT-proBNP oder Troponin gehen nicht ein.

Quellen

  1. Lee TH, Marcantonio ER, Mangione CM, et al. Derivation and prospective validation of a simple index for prediction of cardiac risk of major noncardiac surgery. Circulation. 1999;100(10):1043–1049.

    Originalpublikation

  2. Halvorsen S, Mehilli J, Cassese S, et al. 2022 ESC Guidelines on cardiovascular assessment and management of patients undergoing non-cardiac surgery. Eur Heart J. 2022;43(39):3826–3924.

    Leitlinie oder Empfehlung

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