Einordnung der Ergebnisse
- 0–2 Punkte
Leichtes Krupp-Syndrom
Nach den Definitionen der Leitliniengruppe aus Alberta: gelegentlich bellender Husten, kein Stridor in Ruhe, keine oder leichte Einziehungen.
- 3–5 Punkte
Mittelgradiges Krupp-Syndrom
Häufig bellender Husten, gut hörbarer Stridor in Ruhe und Einziehungen in Ruhe, dabei wenig oder keine Unruhe.
- 6–11 Punkte
Schweres Krupp-Syndrom
Ausgeprägter inspiratorischer, gelegentlich auch exspiratorischer Stridor, deutliche Einziehungen, verminderte Belüftung und erhebliche Unruhe.
- 12–17 Punkte
Drohendes Atemversagen
Husten und Stridor können durch Erschöpfung leiser werden, die Einziehungen weniger deutlich. Beschrieben sind Lethargie oder Bewusstseinsminderung und eine fahle Hautfarbe ohne Sauerstoffgabe.
Einordnung nach Johnson 2014 [2]. Die Werte beschreiben Gruppen aus Studienkohorten, keine Vorhersage für eine einzelne Person.
Hintergrund
Westley, Cotton und Brooks führten den Score 1978 als Messgröße einer doppelblinden Studie ein: 20 Kinder mit akutem Krupp-Syndrom erhielten vernebeltes racemisches Adrenalin oder Kochsalzlösung. Unter Adrenalin besserten sich die Werte nach 10 und 30 Minuten; nach 120 Minuten war kein Unterschied mehr nachweisbar.
Fünf Merkmale ergeben 0 bis 17 Punkte. Zyanose und Bewusstseinslage gehen mit bis zu 5 Punkten besonders stark ein.
Die Schweregrade gehen auf Definitionen zurück, die eine Leitliniengruppe der Alberta Medical Association in Kanada beschrieben hat. Johnson ordnete sie den Westley-Bereichen 0–2 (leicht), 3–5 (mittelgradig), 6–11 (schwer) und über 11 (drohendes Atemversagen) zu und bezeichnet den Westley-Score als den am häufigsten verwendeten klinischen Score beim Krupp-Syndrom.
In Therapiestudien dient der Score als Verlaufsmaß. Eine Cochrane-Übersichtsarbeit zu Glukokortikoiden betrachtet eine Abnahme um einen Punkt gegenüber dem Ausgangswert als klinisch bedeutsam.
Yang und Kolleg:innen fanden in einer Kinder-Notaufnahme mit 192 Kindern, dass Kinder mit einem Anfangswert ab 6 Punkten häufiger stationär aufgenommen wurden.
Grenzen
- Die Beschwerden schwanken rasch, je nachdem, ob das Kind ruhig oder aufgeregt ist; der Wert beschreibt einen Zeitpunkt.
- In der Kohorte von Yang und Kolleg:innen spielten Zyanose und Bewusstseinsstörung selbst bei schwerem Verlauf kaum eine Rolle; Einziehungen und Belüftung trugen am meisten zur Vorhersage bei.
- Die Einteilung in Schweregrade wurde nachträglich festgelegt; die Originalstudie umfasste 20 stationär behandelte Kinder.
Quellen
- Westley CR, Cotton EK, Brooks JG. Nebulized racemic epinephrine by IPPB for the treatment of croup: a double-blind study. Am J Dis Child. 1978;132(5):484–487.
- Johnson DW. Croup. BMJ Clin Evid. 2014;2014:0321.
- Bjornson CL, Johnson DW. Croup in children. CMAJ. 2013;185(15):1317–1323.
- Yang WC, Lee J, Chen CY, Chang YJ, Wu HP. Westley score and clinical factors in predicting the outcome of croup in the pediatric emergency department. Pediatr Pulmonol. 2017;52(10):1329–1334.
- Aregbesola A, Tam CM, Kothari A, Le ML, Ragheb M, Klassen TP. Glucocorticoids for croup in children. Cochrane Database Syst Rev. 2023;1(1):CD001955.