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PunktescorePädiatrie · Notfallmedizin

Westley-Croup-Score

Schweregrad des Krupp-Syndroms bei Kindern

Der Westley-Croup-Score beschreibt den Schweregrad eines akuten Krupp-Syndroms bei Kindern anhand von Stridor, Einziehungen, Belüftung, Zyanose und Bewusstseinslage. Westley und Kolleg:innen haben ihn 1978 als Messgröße einer Therapiestudie eingeführt.

Zu Lehr- und Informationszwecken. Kein Medizinprodukt, nicht zur Anwendung an Patient:innen bestimmt.

Diese Seiten erklären veröffentlichte klinische Scores und Formeln: Kriterien, Rechenweg, Einordnung durch die Originalquelle und Grenzen. Sie sind kein Medizinprodukt und nicht dafür bestimmt, Diagnosen zu stellen, Therapien auszuwählen oder Entscheidungen über einzelne Patient:innen zu treffen. Ergebnisse beschreiben Beobachtungen aus Studienkohorten. Die Inhalte wurden mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und können Fehler enthalten.

Zweckbestimmung, Prüfstand und Haftung →

Anwendungsbereich laut Quelle

Untersuchte Gruppe Kinder von 4 Monaten bis 5 Jahren, die wegen eines akuten Krupp-Syndroms mit anhaltendem inspiratorischem Stridor in Ruhe stationär behandelt wurden (Originalstudie mit 20 Kindern).

Ausgeschlossen oder nicht übertragbar
  • Stridor anderer Ursache, etwa Epiglottitis, bakterielle Tracheitis, Abszess der oberen Atemwege oder Fremdkörperaspiration
Übungsfall: Nächtlicher bellender Husten

Fiktiver Lehrfall

Ein 2-jähriger Junge wird nachts mit bellendem Husten, Heiserkeit und Stridor in die Notaufnahme gebracht. Auf dem Arm der Mutter ist er ruhig, der Stridor ist dennoch in Ruhe hörbar. Es zeigen sich leichte juguläre Einziehungen, die Belüftung ist beidseits normal, eine Zyanose besteht nicht. Er ist wach und reagiert altersentsprechend.

Füllen Sie das Formular zuerst selbst aus. Danach können Sie Ihre Lösung mit der Musterlösung vergleichen.

Kriterien

Inspiratorischer Stridor
Einziehungen

Juguläre, interkostale oder sternale Einziehungen

Belüftung bei der Auskultation
Zyanose
Bewusstseinslage
Ergebnis Kriterien auswählen

Einordnung der Ergebnisse

  1. 0–2 Punkte

    Leichtes Krupp-Syndrom

    Nach den Definitionen der Leitliniengruppe aus Alberta: gelegentlich bellender Husten, kein Stridor in Ruhe, keine oder leichte Einziehungen.

  2. 3–5 Punkte

    Mittelgradiges Krupp-Syndrom

    Häufig bellender Husten, gut hörbarer Stridor in Ruhe und Einziehungen in Ruhe, dabei wenig oder keine Unruhe.

  3. 6–11 Punkte

    Schweres Krupp-Syndrom

    Ausgeprägter inspiratorischer, gelegentlich auch exspiratorischer Stridor, deutliche Einziehungen, verminderte Belüftung und erhebliche Unruhe.

  4. 12–17 Punkte

    Drohendes Atemversagen

    Husten und Stridor können durch Erschöpfung leiser werden, die Einziehungen weniger deutlich. Beschrieben sind Lethargie oder Bewusstseinsminderung und eine fahle Hautfarbe ohne Sauerstoffgabe.

Einordnung nach Johnson 2014 [2]. Die Werte beschreiben Gruppen aus Studienkohorten, keine Vorhersage für eine einzelne Person.

Hintergrund

Westley, Cotton und Brooks führten den Score 1978 als Messgröße einer doppelblinden Studie ein: 20 Kinder mit akutem Krupp-Syndrom erhielten vernebeltes racemisches Adrenalin oder Kochsalzlösung. Unter Adrenalin besserten sich die Werte nach 10 und 30 Minuten; nach 120 Minuten war kein Unterschied mehr nachweisbar.

Fünf Merkmale ergeben 0 bis 17 Punkte. Zyanose und Bewusstseinslage gehen mit bis zu 5 Punkten besonders stark ein.

Die Schweregrade gehen auf Definitionen zurück, die eine Leitliniengruppe der Alberta Medical Association in Kanada beschrieben hat. Johnson ordnete sie den Westley-Bereichen 0–2 (leicht), 3–5 (mittelgradig), 6–11 (schwer) und über 11 (drohendes Atemversagen) zu und bezeichnet den Westley-Score als den am häufigsten verwendeten klinischen Score beim Krupp-Syndrom.

In Therapiestudien dient der Score als Verlaufsmaß. Eine Cochrane-Übersichtsarbeit zu Glukokortikoiden betrachtet eine Abnahme um einen Punkt gegenüber dem Ausgangswert als klinisch bedeutsam.

Yang und Kolleg:innen fanden in einer Kinder-Notaufnahme mit 192 Kindern, dass Kinder mit einem Anfangswert ab 6 Punkten häufiger stationär aufgenommen wurden.

Grenzen

  • Die Beschwerden schwanken rasch, je nachdem, ob das Kind ruhig oder aufgeregt ist; der Wert beschreibt einen Zeitpunkt.
  • In der Kohorte von Yang und Kolleg:innen spielten Zyanose und Bewusstseinsstörung selbst bei schwerem Verlauf kaum eine Rolle; Einziehungen und Belüftung trugen am meisten zur Vorhersage bei.
  • Die Einteilung in Schweregrade wurde nachträglich festgelegt; die Originalstudie umfasste 20 stationär behandelte Kinder.

Quellen

  1. Westley CR, Cotton EK, Brooks JG. Nebulized racemic epinephrine by IPPB for the treatment of croup: a double-blind study. Am J Dis Child. 1978;132(5):484–487.

    Originalpublikation

  2. Johnson DW. Croup. BMJ Clin Evid. 2014;2014:0321.

    Übersicht

  3. Bjornson CL, Johnson DW. Croup in children. CMAJ. 2013;185(15):1317–1323.

    Übersicht

  4. Yang WC, Lee J, Chen CY, Chang YJ, Wu HP. Westley score and clinical factors in predicting the outcome of croup in the pediatric emergency department. Pediatr Pulmonol. 2017;52(10):1329–1334.

    Validierung

  5. Aregbesola A, Tam CM, Kothari A, Le ML, Ragheb M, Klassen TP. Glucocorticoids for croup in children. Cochrane Database Syst Rev. 2023;1(1):CD001955.

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