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FormelLabor & Stoffwechsel · Intensivmedizin · Notfallmedizin · Nephrologie

Anionenlücke im Serum

Ungemessene Anionen bei metabolischer Azidose

Die Anionenlücke ist die Differenz zwischen dem gemessenen Natrium und der Summe aus Chlorid und Bikarbonat. Sie steht für nicht routinemäßig gemessene Anionen und hilft, metabolische Azidosen einzuordnen.

Zu Lehr- und Informationszwecken. Kein Medizinprodukt, nicht zur Anwendung an Patient:innen bestimmt.

Diese Seiten erklären veröffentlichte klinische Scores und Formeln: Kriterien, Rechenweg, Einordnung durch die Originalquelle und Grenzen. Sie sind kein Medizinprodukt und nicht dafür bestimmt, Diagnosen zu stellen, Therapien auszuwählen oder Entscheidungen über einzelne Patient:innen zu treffen. Ergebnisse beschreiben Beobachtungen aus Studienkohorten. Die Inhalte wurden mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und können Fehler enthalten.

Zweckbestimmung, Prüfstand und Haftung →

Anwendungsbereich laut Quelle

Untersuchte Gruppe Erwachsene mit metabolischer Azidose, zur Einordnung ihrer Ursache.

Übungsfall: Azidose mit niedrigem Albumin

Fiktiver Lehrfall

Ein 59-jähriger Mann wird mit Sepsis aufgenommen. Natrium 138 mmol/l, Chlorid 100 mmol/l, Bikarbonat 14 mmol/l, Albumin 25 g/l. Vergleichen Sie die Lücke mit und ohne Albuminkorrektur.

Füllen Sie das Formular zuerst selbst aus. Danach können Sie Ihre Lösung mit der Musterlösung vergleichen.

Werte

mmol/l
mmol/l

Aktuelles Bikarbonat aus der Blutgasanalyse oder Gesamt-CO₂

mmol/l

Für die Korrektur nach Figge

Ergebnis Werte eingeben

Einordnung der Ergebnisse

Referenzbereiche hängen stark vom Messverfahren ab. Ältere Lehrbücher nennen etwa 8 bis 16 mmol/l; mit heutigen ionenselektiven Elektroden liegen typische Bereiche niedriger. Maßgeblich ist der Bereich des eigenen Labors.

Hintergrund

Die Formel lautet Natrium − (Chlorid + Bikarbonat); Kalium bleibt in dieser Fassung unberücksichtigt. Eine erhöhte Lücke spricht für zusätzliche Säureanionen wie Laktat, Ketonkörper, urämische Säuren oder bestimmte Vergiftungen; bei hyperchlorämischer Azidose bleibt sie normal.

Albumin ist das wichtigste ungemessene Anion. Je 1 g/l Albumin unter 40 g/l sinkt die Lücke um etwa 0,25 mmol/l. Die Korrektur nach Figge verhindert, dass eine Hypalbuminämie eine erhöhte Lücke verdeckt.

Grenzen

  • Messfehler der drei Elektrolyte addieren sich in der Differenz.
  • Eine normale Anionenlücke schließt eine Laktat- oder Ketoazidose nicht sicher aus.
  • Paraproteine, Lithium oder ausgeprägte Hyperkaliämie und Hyperkalzämie können die Lücke verändern.

Quellen

  1. Kraut JA, Madias NE. Serum anion gap: its uses and limitations in clinical medicine. Clin J Am Soc Nephrol. 2007;2(1):162–174.

    Übersicht

  2. Figge J, Jabor A, Kazda A, Fencl V. Anion gap and hypoalbuminemia. Crit Care Med. 1998;26(11):1807–1810.

    Originalpublikation

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