Einordnung der Ergebnisse
Referenzbereiche hängen stark vom Messverfahren ab. Ältere Lehrbücher nennen etwa 8 bis 16 mmol/l; mit heutigen ionenselektiven Elektroden liegen typische Bereiche niedriger. Maßgeblich ist der Bereich des eigenen Labors.
Hintergrund
Die Formel lautet Natrium − (Chlorid + Bikarbonat); Kalium bleibt in dieser Fassung unberücksichtigt. Eine erhöhte Lücke spricht für zusätzliche Säureanionen wie Laktat, Ketonkörper, urämische Säuren oder bestimmte Vergiftungen; bei hyperchlorämischer Azidose bleibt sie normal.
Albumin ist das wichtigste ungemessene Anion. Je 1 g/l Albumin unter 40 g/l sinkt die Lücke um etwa 0,25 mmol/l. Die Korrektur nach Figge verhindert, dass eine Hypalbuminämie eine erhöhte Lücke verdeckt.
Grenzen
- Messfehler der drei Elektrolyte addieren sich in der Differenz.
- Eine normale Anionenlücke schließt eine Laktat- oder Ketoazidose nicht sicher aus.
- Paraproteine, Lithium oder ausgeprägte Hyperkaliämie und Hyperkalzämie können die Lücke verändern.