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SkalaGeriatrie & Rehabilitation

Barthel-Index

Selbstständigkeit bei Aktivitäten des täglichen Lebens

Der Barthel-Index beschreibt mit zehn Alltagsaktivitäten, wie selbstständig ein Mensch ist, etwa beim Essen, Waschen, Gehen oder bei der Kontinenz. Mahoney und Barthel haben ihn 1965 veröffentlicht; in Deutschland ist die Fassung des Hamburger Einstufungsmanuals verbreitet.

Zu Lehr- und Informationszwecken. Kein Medizinprodukt, nicht zur Anwendung an Patient:innen bestimmt.

Diese Seiten erklären veröffentlichte klinische Scores und Formeln: Kriterien, Rechenweg, Einordnung durch die Originalquelle und Grenzen. Sie sind kein Medizinprodukt und nicht dafür bestimmt, Diagnosen zu stellen, Therapien auszuwählen oder Entscheidungen über einzelne Patient:innen zu treffen. Ergebnisse beschreiben Beobachtungen aus Studienkohorten. Die Inhalte wurden mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und können Fehler enthalten.

Zweckbestimmung, Prüfstand und Haftung →

Anwendungsbereich laut Quelle

Untersuchte Gruppe Erwachsene, deren Selbstständigkeit im Alltag beschrieben werden soll, besonders in Geriatrie und Rehabilitation.

Übungsfall: Aufnahme in die geriatrische Rehabilitation

Fiktiver Lehrfall

Eine 81-jährige Frau wird nach einer Hüftoperation aufgenommen. Sie isst selbstständig und setzt sich mit geringer Hilfe vom Bett in den Stuhl. Beim Waschen und Duschen braucht sie Unterstützung, bei der Toilette Hilfe mit der Kleidung. Mit dem Gehwagen geht sie 50 m, die Treppe schafft sie nur mit Hilfe. Den Oberkörper kleidet sie selbst an. Sie ist stuhl- und harnkontinent.

Füllen Sie das Formular zuerst selbst aus. Danach können Sie Ihre Lösung mit der Musterlösung vergleichen.

Kriterien

Essen
Aufsetzen und Umsetzen

Vom Bett in den Stuhl und zurück

Sich waschen

Gesicht, Hände, Zähne, Haare, Rasur oder Make-up

Toilettenbenutzung
Baden oder Duschen
Aufstehen und Gehen
Treppensteigen

Mindestens ein Stockwerk

An- und Auskleiden
Stuhlkontinenz
Harnkontinenz
Ergebnis Kriterien auswählen

Einordnung der Ergebnisse

  1. 0–100 Punkte

    Summenwert

    Höhere Werte bedeuten mehr Selbstständigkeit in den zehn erfassten Aktivitäten. Verbindliche Grenzwerte für Stufen der Abhängigkeit gibt es nicht; Studien verwenden unterschiedliche Schwellen.

Hintergrund

Erreichbar sind 0 bis 100 Punkte in Schritten von 5; höhere Werte bedeuten mehr Selbstständigkeit. Eingestuft wird, was die Person im Alltag tatsächlich tut. Was sie unter günstigen Bedingungen leisten könnte, zählt dafür nicht.

Die Antwortoptionen hier sind gekürzte Zusammenfassungen. Für die Dokumentation gilt der Wortlaut des Hamburger Einstufungsmanuals, das Lübke und Kolleg:innen 2004 beschrieben haben, um die Einstufung zwischen Untersuchenden einheitlicher zu machen.

In deutschen Kliniken dokumentiert der Index Ausgangsbefund und Verlauf, besonders in der Geriatrie und Rehabilitation. Prozedurenkodes der geriatrischen und frührehabilitativen Komplexbehandlung setzen standardisierte Assessments voraus, für die häufig der Barthel-Index genutzt wird.

Grenzen

  • Decken- und Bodeneffekte: Unterschiede bei sehr selbstständigen oder sehr pflegebedürftigen Menschen bildet der Index kaum ab.
  • Kognition, Kommunikation und instrumentelle Alltagsaktivitäten wie Einkaufen oder Finanzen werden nicht erfasst.
  • Die Einstufung hängt von Beobachtung und Auslegung ab; Selbstauskunft und Fremdbeobachtung können voneinander abweichen.

Quellen

  1. Mahoney FI, Barthel DW. Functional evaluation: the Barthel Index. Md State Med J. 1965;14:61–65.

    Originalpublikation

  2. Lübke N, Meinck M, von Renteln-Kruse W. Der Barthel-Index in der Geriatrie. Eine Kontextanalyse zum Hamburger Einstufungsmanual. Z Gerontol Geriatr. 2004;37(4):316–326.

    Übersicht

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