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SkalaNeurologie · Geriatrie & Rehabilitation

Modifizierte Rankin-Skala (mRS)

Globale Behinderung nach Schlaganfall

Die modifizierte Rankin-Skala beschreibt die globale Behinderung nach einem Schlaganfall in sieben Stufen, von keinen Symptomen bis zum Tod, mit Schwerpunkt auf der Mobilität. Sie geht auf eine Skala zurück, die John Rankin 1957 veröffentlicht hat, und ist heute das gebräuchlichste Maß für das funktionelle Ergebnis in Schlaganfallstudien.

Zu Lehr- und Informationszwecken. Kein Medizinprodukt, nicht zur Anwendung an Patient:innen bestimmt.

Diese Seiten erklären veröffentlichte klinische Scores und Formeln: Kriterien, Rechenweg, Einordnung durch die Originalquelle und Grenzen. Sie sind kein Medizinprodukt und nicht dafür bestimmt, Diagnosen zu stellen, Therapien auszuwählen oder Entscheidungen über einzelne Patient:innen zu treffen. Ergebnisse beschreiben Beobachtungen aus Studienkohorten. Die Inhalte wurden mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und können Fehler enthalten.

Zweckbestimmung, Prüfstand und Haftung →

Anwendungsbereich laut Quelle

Untersuchte Gruppe Menschen nach Schlaganfall; Rankin beschrieb 1957 Patient:innen über 60 Jahre, van Swieten und Kolleg:innen prüften die modifizierte Fassung 1988 an 100 Schlaganfallpatient:innen.

Ausgeschlossen oder nicht übertragbar
  • Rückblickende Einstufung des Zustands vor dem Schlaganfall: Die Übereinstimmung zwischen Untersuchenden war hier geringer.
  • Einstufung allein nach Angaben Dritter, bei der Zuverlässigkeit und Validität eingeschränkt waren
Übungsfall: Nachuntersuchung drei Monate nach Hirninfarkt

Fiktiver Lehrfall

Ein 67-jähriger Mann stellt sich drei Monate nach einem Hirninfarkt in der Schlaganfallambulanz vor. Er geht ohne fremde Hilfe, kleidet sich selbst an und erledigt Einkäufe und Bankgeschäfte allein. Seine Arbeit als Busfahrer kann er wegen einer verbliebenen Gesichtsfeldeinschränkung nicht mehr ausüben.

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Kriterien

Aktueller Zustand im Alltag

Eingestuft wird der gegenwärtige Zustand, möglichst im direkten Gespräch mit den Patient:innen.

Ergebnis Kriterien auswählen

Einordnung der Ergebnisse

  1. mRS 0–1

    Keine wesentliche Behinderung

    Die NINDS-rt-PA-Studien wählten den Anteil mit mRS 0–1, also keinen oder geringen Symptomen ohne funktionelle Einschränkung, als primären Endpunkt.

  2. mRS 2

    Leichte Behinderung

    Studien zu schweren Schlaganfällen mit Verschluss großer Gefäße zogen die Grenze häufig zwischen mRS 0–2 und 3–6.

  3. mRS 3

    Mäßige Behinderung

    Studien zur intrazerebralen Blutung, die mit ungünstigeren Verläufen einhergeht, zogen die Grenze zwischen mRS 0–3 und 4–6.

  4. mRS 4–5

    Mäßig schwere bis schwere Behinderung

    Hilfe bei Gehen und Körperpflege, bei mRS 5 ständige pflegerische Versorgung. In dichotomen Studienauswertungen zählt dieser Bereich zu den ungünstigen Ergebnissen.

  5. mRS 6

    Tod

    Die von van Swieten und Kolleg:innen geprüfte Fassung hatte sechs Stufen von 0 bis 5. In Studien wird Tod üblicherweise als Grad 6 ergänzt, damit die Skala das Spektrum bis zum Tod abdeckt.

Einordnung nach Broderick 2017 [3]. Die Werte beschreiben Gruppen aus Studienkohorten, keine Vorhersage für eine einzelne Person.

Hintergrund

Die Skala bewertet die Behinderung im Alltag als Ganzes, mit Schwerpunkt auf der Mobilität. Rankin beschrieb sie 1957 für die Prognose älterer Schlaganfallpatient:innen; Warlow und Kolleg:innen passten sie in den 1980er-Jahren für die britische UK-TIA-Studie an, und van Swieten und Kolleg:innen untersuchten 1988 die Übereinstimmung zwischen Untersuchenden.

Die mRS ist heute das am häufigsten verwendete Funktionsmaß in Schlaganfallstudien. Ausgewertet wird entweder die Verteilung über alle Grade oder der Anteil unterhalb einer Grenze, je nach erwartetem Schweregrad bei 0–1, 0–2 oder 0–3.

Ein unstrukturiertes Gespräch dauert etwa fünf Minuten. Strukturierte Interviews, Schulungen mit Zertifizierung und die zentrale Bewertung aufgezeichneter Gespräche sollen die Einstufung vereinheitlichen.

Grenzen

  • Die Übereinstimmung zwischen Untersuchenden ist begrenzt: In einer Metaanalyse von zehn Studien mit 587 Patient:innen lag κ bei 0,46, in Untersuchungen mit mehreren Untersuchenden und Zentren bei 0,21. Der gewichtete κ-Wert lag bei 0,90; in der Studie von van Swieten und Kolleg:innen wichen die Einstufungen bei 32 von 100 Patient:innen um einen Grad und bei 3 um zwei Grade ab.
  • Mit wenigen Stufen reagiert die Skala weniger empfindlich auf Veränderungen als manche andere Schlaganfallskalen.
  • Die Grenzen zwischen benachbarten Graden sind nicht scharf definiert. Begleiterkrankungen und soziale Faktoren beeinflussen die Einstufung, sodass sie nicht allein die Folgen des Schlaganfalls abbildet.

Quellen

  1. Rankin J. Cerebral vascular accidents in patients over the age of 60. II. Prognosis. Scott Med J. 1957;2(5):200–215.

    Originalpublikation

  2. van Swieten JC, Koudstaal PJ, Visser MC, Schouten HJ, van Gijn J. Interobserver agreement for the assessment of handicap in stroke patients. Stroke. 1988;19(5):604–607.

    Validierung

  3. Broderick JP, Adeoye O, Elm J. Evolution of the modified Rankin Scale and its use in future stroke trials. Stroke. 2017;48(7):2007–2012.

    Übersicht

  4. Harrison JK, McArthur KS, Quinn TJ. Assessment scales in stroke: clinimetric and clinical considerations. Clin Interv Aging. 2013;8:201–211.

    Übersicht

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