Einordnung der Ergebnisse
- 0 Punkte
Niedrigstes Risiko
Kein Risikofaktor im Sinne des Scores. In den Ableitungsdaten war dies die Gruppe mit dem geringsten Thromboembolierisiko.
- 1 Punkt
Niedriges bis mittleres Risiko
Ein Punkt. Bei Frauen kann er allein auf das Geschlecht zurückgehen, das ohne weitere Faktoren kaum zusätzliches Risiko anzeigt.
- 2–3 Punkte
Erhöhtes Risiko
Mit steigender Punktzahl stieg die in Kohorten beobachtete jährliche Rate an Schlaganfällen und Thromboembolien.
- 4–9 Punkte
Hohes Risiko
Die oberen Risikogruppen der Ableitungs- und Validierungskohorten.
Einordnung nach Lip 2010 [1]. Die Werte beschreiben Gruppen aus Studienkohorten, keine Vorhersage für eine einzelne Person.
Hintergrund
Der Name ist ein Akronym der Kriterien: Congestive heart failure, Hypertension, Age ≥ 75 (2 Punkte), Diabetes, Stroke/TIA (2 Punkte), Vascular disease, Age 65–74 und Sex category. Gegenüber CHADS₂ kamen das Alter von 65 bis 74 Jahren, Gefäßerkrankungen und das weibliche Geschlecht hinzu.
Die ESC-Leitlinie zu Vorhofflimmern von 2024 verwendet den CHA₂DS₂-VA-Score: dieselben Kriterien ohne das Geschlecht, weil dieses vor allem als altersabhängiger Risikomodifikator gilt. Ohne den Geschlechtspunkt entspricht die Summe hier dem CHA₂DS₂-VA-Score.
Der Score beschreibt das Risiko einer Gruppe. Leitlinien beziehen ihn gemeinsam mit dem Blutungsrisiko und individuellen Faktoren in die Abwägung einer Antikoagulation ein.
Grenzen
- Die beobachteten Ereignisraten je Punktwert unterscheiden sich zwischen Kohorten deutlich, unter anderem nach Population, Behandlung und Endpunktdefinition.
- Nierenfunktion, Biomarker oder Vorhofgröße bildet der Score nicht ab.
Quellen
- Lip GYH, Nieuwlaat R, Pisters R, Lane DA, Crijns HJGM. Refining clinical risk stratification for predicting stroke and thromboembolism in atrial fibrillation using a novel risk factor-based approach: the Euro Heart Survey on Atrial Fibrillation. Chest. 2010;137(2):263–272.
- Van Gelder IC, Rienstra M, Bunting KV, et al. 2024 ESC Guidelines for the management of atrial fibrillation developed in collaboration with the European Association for Cardio-Thoracic Surgery (EACTS). Eur Heart J. 2024;45(36):3314–3414.