Zum Hauptinhalt springen

PunktescoreKardiologie · Allgemeinmedizin · Hämatologie & Hämostaseologie

HAS-BLED-Score

Blutungsrisiko unter oraler Antikoagulation

Der HAS-BLED-Score schätzt das Risiko schwerer Blutungen innerhalb eines Jahres bei Menschen mit Vorhofflimmern unter Antikoagulation. Pisters und Kolleg:innen haben ihn 2010 anhand der Euro Heart Survey entwickelt.

Zu Lehr- und Informationszwecken. Kein Medizinprodukt, nicht zur Anwendung an Patient:innen bestimmt.

Diese Seiten erklären veröffentlichte klinische Scores und Formeln: Kriterien, Rechenweg, Einordnung durch die Originalquelle und Grenzen. Sie sind kein Medizinprodukt und nicht dafür bestimmt, Diagnosen zu stellen, Therapien auszuwählen oder Entscheidungen über einzelne Patient:innen zu treffen. Ergebnisse beschreiben Beobachtungen aus Studienkohorten. Die Inhalte wurden mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und können Fehler enthalten.

Zweckbestimmung, Prüfstand und Haftung →

Anwendungsbereich laut Quelle

Untersuchte Gruppe Menschen mit Vorhofflimmern unter oraler Antikoagulation; abgeleitet aus der Euro Heart Survey zu Vorhofflimmern.

Übungsfall: Antikoagulation nach gastrointestinaler Blutung

Fiktiver Lehrfall

Ein 78-jähriger Mann mit Vorhofflimmern nimmt einen Vitamin-K-Antagonisten. Vor zwei Jahren hatte er eine gastrointestinale Blutung. Nach einer Stentimplantation nimmt er zusätzlich ASS und trinkt nach eigenen Angaben zwei Gläser Wein pro Woche. Blutdruck, Nieren- und Leberwerte sind unauffällig, die INR-Werte stabil.

Füllen Sie das Formular zuerst selbst aus. Danach können Sie Ihre Lösung mit der Musterlösung vergleichen.

Kriterien

Nicht angekreuzte Kriterien zählen als nicht erfüllt.

Ergebnis Kriterien auswählen

Einordnung der Ergebnisse

  1. 0–2 Punkte

    Kein hohes Blutungsrisiko im Sinne des Scores

    In der Ableitungskohorte stieg die Rate schwerer Blutungen mit der Punktzahl an; unter drei Punkten blieb sie vergleichsweise niedrig.

  2. 3–9 Punkte

    Hohes Blutungsrisiko

    Ab drei Punkten bezeichneten die Autor:innen das Risiko als hoch. Der Score soll dann vor allem auf beeinflussbare Faktoren wie Blutdruck, Begleitmedikation oder Alkoholkonsum aufmerksam machen.

Einordnung nach Pisters 2010 [1]. Die Werte beschreiben Gruppen aus Studienkohorten, keine Vorhersage für eine einzelne Person.

Hintergrund

Das Akronym steht für Hypertension, Abnormal renal or liver function (je 1 Punkt), Stroke, Bleeding, Labile INR, Elderly sowie Drugs or alcohol (je 1 Punkt).

Leitlinien betonen, dass ein hoher Wert allein kein Grund ist, auf eine Antikoagulation zu verzichten. Sie nutzen ihn, um beeinflussbare Faktoren zu erkennen und eine engmaschigere Begleitung zu planen.

Grenzen

  • Überwiegend unter Vitamin-K-Antagonisten entwickelt; das Kriterium labiler INR-Werte entfällt unter direkten oralen Antikoagulanzien.
  • Die Vorhersagegüte ist in Validierungsstudien nur mäßig.
  • Mehrere Kriterien überschneiden sich mit den Schlaganfallrisikofaktoren im CHA₂DS₂-VASc-Score.

Quellen

  1. Pisters R, Lane DA, Nieuwlaat R, de Vos CB, Crijns HJGM, Lip GYH. A novel user-friendly score (HAS-BLED) to assess 1-year risk of major bleeding in patients with atrial fibrillation: the Euro Heart Survey. Chest. 2010;138(5):1093–1100.

    Originalpublikation

  2. Van Gelder IC, Rienstra M, Bunting KV, et al. 2024 ESC Guidelines for the management of atrial fibrillation developed in collaboration with the European Association for Cardio-Thoracic Surgery (EACTS). Eur Heart J. 2024;45(36):3314–3414.

    Leitlinie oder Empfehlung

Weniger Suchen. Weniger Schreiben. Mehr Medizin.

Sprechen wir über den ersten Ablauf in Ihrer Klinik.

Gespräch vereinbaren →