Einordnung der Ergebnisse
- 0–2 Punkte
Kein hohes Blutungsrisiko im Sinne des Scores
In der Ableitungskohorte stieg die Rate schwerer Blutungen mit der Punktzahl an; unter drei Punkten blieb sie vergleichsweise niedrig.
- 3–9 Punkte
Hohes Blutungsrisiko
Ab drei Punkten bezeichneten die Autor:innen das Risiko als hoch. Der Score soll dann vor allem auf beeinflussbare Faktoren wie Blutdruck, Begleitmedikation oder Alkoholkonsum aufmerksam machen.
Einordnung nach Pisters 2010 [1]. Die Werte beschreiben Gruppen aus Studienkohorten, keine Vorhersage für eine einzelne Person.
Hintergrund
Das Akronym steht für Hypertension, Abnormal renal or liver function (je 1 Punkt), Stroke, Bleeding, Labile INR, Elderly sowie Drugs or alcohol (je 1 Punkt).
Leitlinien betonen, dass ein hoher Wert allein kein Grund ist, auf eine Antikoagulation zu verzichten. Sie nutzen ihn, um beeinflussbare Faktoren zu erkennen und eine engmaschigere Begleitung zu planen.
Grenzen
- Überwiegend unter Vitamin-K-Antagonisten entwickelt; das Kriterium labiler INR-Werte entfällt unter direkten oralen Antikoagulanzien.
- Die Vorhersagegüte ist in Validierungsstudien nur mäßig.
- Mehrere Kriterien überschneiden sich mit den Schlaganfallrisikofaktoren im CHA₂DS₂-VASc-Score.
Quellen
- Pisters R, Lane DA, Nieuwlaat R, de Vos CB, Crijns HJGM, Lip GYH. A novel user-friendly score (HAS-BLED) to assess 1-year risk of major bleeding in patients with atrial fibrillation: the Euro Heart Survey. Chest. 2010;138(5):1093–1100.
- Van Gelder IC, Rienstra M, Bunting KV, et al. 2024 ESC Guidelines for the management of atrial fibrillation developed in collaboration with the European Association for Cardio-Thoracic Surgery (EACTS). Eur Heart J. 2024;45(36):3314–3414.