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PunktescoreGastroenterologie & Hepatologie · Chirurgie · Intensivmedizin

Child-Pugh-Score

Schweregrad einer Leberzirrhose

Der Child-Pugh-Score teilt die Leberzirrhose anhand von drei Laborwerten und zwei klinischen Befunden in die Stadien A, B und C ein. Pugh und Kolleg:innen haben 1973 die ältere Child-Turcotte-Klassifikation angepasst, um das Operationsrisiko bei blutenden Ösophagusvarizen abzuschätzen.

Zu Lehr- und Informationszwecken. Kein Medizinprodukt, nicht zur Anwendung an Patient:innen bestimmt.

Diese Seiten erklären veröffentlichte klinische Scores und Formeln: Kriterien, Rechenweg, Einordnung durch die Originalquelle und Grenzen. Sie sind kein Medizinprodukt und nicht dafür bestimmt, Diagnosen zu stellen, Therapien auszuwählen oder Entscheidungen über einzelne Patient:innen zu treffen. Ergebnisse beschreiben Beobachtungen aus Studienkohorten. Die Inhalte wurden mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und können Fehler enthalten.

Zweckbestimmung, Prüfstand und Haftung →

Anwendungsbereich laut Quelle

Untersuchte Gruppe Menschen mit Leberzirrhose; ursprünglich vor Operationen bei blutenden Ösophagusvarizen untersucht.

Ausgeschlossen oder nicht übertragbar
  • Cholestatische Erkrankungen wie primär biliäre Cholangitis: Hier gelten höhere Bilirubin-Grenzen (1–4, 4–10, über 10 mg/dl).
Übungsfall: Alkoholbedingte Leberzirrhose

Fiktiver Lehrfall

Ein 61-jähriger Mann mit alkoholbedingter Leberzirrhose kommt zur Kontrolle. Bilirubin 2,4 mg/dl, Albumin 3,1 g/dl, INR 1,5. Sonografisch zeigt sich geringer Aszites, Zeichen einer hepatischen Enzephalopathie bestehen nicht.

Füllen Sie das Formular zuerst selbst aus. Danach können Sie Ihre Lösung mit der Musterlösung vergleichen.

Kriterien

Bilirubin gesamt
Albumin im Serum
Gerinnung (INR)

Pugh beschrieb die Verlängerung der Prothrombinzeit in Sekunden. Umrechnungen in Quick-Werte sind nicht einheitlich, deshalb steht hier die INR.

Aszites
Hepatische Enzephalopathie
Ergebnis Kriterien auswählen

Einordnung der Ergebnisse

  1. 5–6 Punkte (Child A)

    Child-Pugh A

    Gut kompensierte Leberfunktion. In Studien zur Prognose bei Zirrhose hatte diese Gruppe die günstigste Überlebensrate.

  2. 7–9 Punkte (Child B)

    Child-Pugh B

    Deutliche funktionelle Einschränkung. Die beobachtete Sterblichkeit und das Operationsrisiko lagen über denen von Stadium A.

  3. 10–15 Punkte (Child C)

    Child-Pugh C

    Dekompensierte Leberfunktion. In Prognosestudien hatte diese Gruppe die geringste Überlebensrate.

Einordnung nach Pugh 1973 [1]. Die Werte beschreiben Gruppen aus Studienkohorten, keine Vorhersage für eine einzelne Person.

Hintergrund

Child und Turcotte stellten 1964 eine Klassifikation vor, die neben Bilirubin, Albumin, Aszites und Enzephalopathie auch den Ernährungszustand enthielt. Pugh ersetzte den Ernährungszustand durch die Prothrombinzeit und vergab je Kriterium 1 bis 3 Punkte.

Die Summe von 5 bis 15 Punkten ergibt die Stadien A, B und C. Der Score wird bis heute verwendet, um die Leberfunktion vor Operationen, Interventionen oder bei der Arzneimitteldosierung zu beschreiben.

Grenzen

  • Aszites und Enzephalopathie werden klinisch eingeschätzt und hängen von Untersuchenden und laufender Therapie ab.
  • Die Grenzwerte sind starr; innerhalb eines Stadiums können große Unterschiede bestehen.
  • Die Nierenfunktion, ein wichtiger Prognosefaktor, geht nicht ein; der ReMELD-Na-Score berücksichtigt sie.

Quellen

  1. Pugh RNH, Murray-Lyon IM, Dawson JL, Pietroni MC, Williams R. Transection of the oesophagus for bleeding oesophageal varices. Br J Surg. 1973;60(8):646–649.

    Originalpublikation

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