Einordnung der Ergebnisse
- 0–2 Punkte
Appendizitis unwahrscheinlich
In der Validierung von Goldman und Kolleg:innen (849 Kinder, davon 14,5 % mit Appendizitis) lagen 73 % der Kinder ohne Appendizitis in diesem Bereich, von den Kindern mit Appendizitis 3 (2,4 %).
- 3–6 Punkte
Unklarer Bereich
In derselben Studie lagen hier 37 % der Kinder mit und 23 % der Kinder ohne Appendizitis.
- 7–10 Punkte
Appendizitis wahrscheinlich
61 % der Kinder mit Appendizitis erreichten 7 oder mehr Punkte. 29 Kinder ohne Appendizitis (4 %) lagen ebenfalls in diesem Bereich.
Einordnung nach Goldman 2008 [2]. Die Werte beschreiben Gruppen aus Studienkohorten, keine Vorhersage für eine einzelne Person.
Hintergrund
Samuel leitete den Score 2002 prospektiv aus den Daten von 1170 Kindern von 4 bis 15 Jahren ab, 734 davon mit Appendizitis. Eine logistische Regression ergab acht Merkmale; die beiden Untersuchungsbefunde zählen je 2 Punkte, die übrigen je 1 Punkt.
Mit dem Alvarado-Score teilt der PAS sechs Kriterien in ähnlicher Form und die Höchstsumme von 10 Punkten. Anstelle des Loslassschmerzes zählt der Schmerz beim Husten, Hüpfen oder Beklopfen mit 2 Punkten; die Leukozytose zählt beim PAS 1 Punkt, beim Alvarado-Score 2 Punkte. Die Fieberschwelle liegt in den Validierungen mit 38 °C höher als beim Alvarado-Score mit 37,3 °C.
Bhatt und Kolleg:innen fanden mit dem einzelnen Schwellenwert der Ableitungsstudie 37,6 % falsch positive Ergebnisse. Mit zwei Schwellenwerten, bis 4 und ab 8 Punkten, verbesserte sich die Einteilung; Goldman und Kolleg:innen arbeiteten mit den Schwellen 2 und 7.
In einer pädiatrischen Kohorte von Schneider und Kolleg:innen mit 588 Patient:innen von 3 bis 21 Jahren unterschieden sich PAS und Alvarado-Score in der Fläche unter der ROC-Kurve wenig (0,81 und 0,83). Ein PAS ab 6 Punkten erreichte eine Sensitivität von 82 % und eine Spezifität von 65 %. Die Autor:innen hielten den positiven Vorhersagewert beider Scores für zu gering, um allein über eine Operation zu entscheiden.
Grenzen
- Fieber, Leukozytose und Neutrophilie wurden in den Studien unterschiedlich definiert; die Schwellen hier folgen der Validierung von Goldman und Kolleg:innen.
- Der Anteil der Kinder mit Appendizitis unterschied sich zwischen den Studien deutlich, von 14,5 % bei Goldman über 34 % bei Bhatt und Schneider bis 63 % bei Samuel. Vorhersagewerte lassen sich deshalb nur begrenzt übertragen.
- Bildgebende Befunde gehen nicht ein.
Quellen
- Samuel M. Pediatric appendicitis score. J Pediatr Surg. 2002;37(6):877–881.
- Goldman RD, Carter S, Stephens D, Antoon R, Mounstephen W, Langer JC. Prospective validation of the pediatric appendicitis score. J Pediatr. 2008;153(2):278–282.
- Bhatt M, Joseph L, Ducharme FM, Dougherty G, McGillivray D. Prospective validation of the pediatric appendicitis score in a Canadian pediatric emergency department. Acad Emerg Med. 2009;16(7):591–596.
- Schneider C, Kharbanda A, Bachur R. Evaluating appendicitis scoring systems using a prospective pediatric cohort. Ann Emerg Med. 2007;49(6):778–784.