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PunktescorePädiatrie · Chirurgie · Notfallmedizin

Pädiatrischer Appendizitis-Score (PAS)

Wahrscheinlichkeit einer Appendizitis bei Kindern

Der Pädiatrische Appendizitis-Score fasst acht Symptome, Untersuchungsbefunde und Laborwerte zusammen, um bei Kindern mit Bauchschmerzen die Wahrscheinlichkeit einer akuten Appendizitis einzuordnen. Samuel hat ihn 2002 aus einer prospektiven Kohorte von Kindern abgeleitet.

Zu Lehr- und Informationszwecken. Kein Medizinprodukt, nicht zur Anwendung an Patient:innen bestimmt.

Diese Seiten erklären veröffentlichte klinische Scores und Formeln: Kriterien, Rechenweg, Einordnung durch die Originalquelle und Grenzen. Sie sind kein Medizinprodukt und nicht dafür bestimmt, Diagnosen zu stellen, Therapien auszuwählen oder Entscheidungen über einzelne Patient:innen zu treffen. Ergebnisse beschreiben Beobachtungen aus Studienkohorten. Die Inhalte wurden mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und können Fehler enthalten.

Zweckbestimmung, Prüfstand und Haftung →

Anwendungsbereich laut Quelle

Untersuchte Gruppe Kinder von 4 bis 15 Jahren mit Bauchschmerzen, die auf eine akute Appendizitis hindeuteten (prospektive Ableitungsstudie mit 1170 Kindern); geprüft unter anderem in kanadischen Kinder-Notaufnahmen.

Ausgeschlossen oder nicht übertragbar
  • Kinder unter 4 Jahren; sie waren in der Ableitungsstudie nicht enthalten
  • Kinder nach Appendektomie oder mit chronischer Baucherkrankung; in der Validierung von Bhatt und Kolleg:innen ausgeschlossen
  • Kinder, die sich sprachlich noch nicht äußern können; ebenda ausgeschlossen
Übungsfall: Bauchschmerz in der Kinder-Notaufnahme

Fiktiver Lehrfall

Ein 8-jähriges Mädchen hat seit 18 Stunden Bauchschmerzen, die um den Nabel begannen und jetzt im rechten Unterbauch liegen. Sie hat keinen Appetit und hat einmal erbrochen. Der rechte Unterbauch ist druckschmerzhaft; beim Hüpfen gibt sie keine Schmerzen an. Die Temperatur beträgt 37,9 °C, die Leukozyten 11.600/µl, die neutrophilen Granulozyten 7.100/µl.

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Kriterien

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Einordnung der Ergebnisse

  1. 0–2 Punkte

    Appendizitis unwahrscheinlich

    In der Validierung von Goldman und Kolleg:innen (849 Kinder, davon 14,5 % mit Appendizitis) lagen 73 % der Kinder ohne Appendizitis in diesem Bereich, von den Kindern mit Appendizitis 3 (2,4 %).

  2. 3–6 Punkte

    Unklarer Bereich

    In derselben Studie lagen hier 37 % der Kinder mit und 23 % der Kinder ohne Appendizitis.

  3. 7–10 Punkte

    Appendizitis wahrscheinlich

    61 % der Kinder mit Appendizitis erreichten 7 oder mehr Punkte. 29 Kinder ohne Appendizitis (4 %) lagen ebenfalls in diesem Bereich.

Einordnung nach Goldman 2008 [2]. Die Werte beschreiben Gruppen aus Studienkohorten, keine Vorhersage für eine einzelne Person.

Hintergrund

Samuel leitete den Score 2002 prospektiv aus den Daten von 1170 Kindern von 4 bis 15 Jahren ab, 734 davon mit Appendizitis. Eine logistische Regression ergab acht Merkmale; die beiden Untersuchungsbefunde zählen je 2 Punkte, die übrigen je 1 Punkt.

Mit dem Alvarado-Score teilt der PAS sechs Kriterien in ähnlicher Form und die Höchstsumme von 10 Punkten. Anstelle des Loslassschmerzes zählt der Schmerz beim Husten, Hüpfen oder Beklopfen mit 2 Punkten; die Leukozytose zählt beim PAS 1 Punkt, beim Alvarado-Score 2 Punkte. Die Fieberschwelle liegt in den Validierungen mit 38 °C höher als beim Alvarado-Score mit 37,3 °C.

Bhatt und Kolleg:innen fanden mit dem einzelnen Schwellenwert der Ableitungsstudie 37,6 % falsch positive Ergebnisse. Mit zwei Schwellenwerten, bis 4 und ab 8 Punkten, verbesserte sich die Einteilung; Goldman und Kolleg:innen arbeiteten mit den Schwellen 2 und 7.

In einer pädiatrischen Kohorte von Schneider und Kolleg:innen mit 588 Patient:innen von 3 bis 21 Jahren unterschieden sich PAS und Alvarado-Score in der Fläche unter der ROC-Kurve wenig (0,81 und 0,83). Ein PAS ab 6 Punkten erreichte eine Sensitivität von 82 % und eine Spezifität von 65 %. Die Autor:innen hielten den positiven Vorhersagewert beider Scores für zu gering, um allein über eine Operation zu entscheiden.

Grenzen

  • Fieber, Leukozytose und Neutrophilie wurden in den Studien unterschiedlich definiert; die Schwellen hier folgen der Validierung von Goldman und Kolleg:innen.
  • Der Anteil der Kinder mit Appendizitis unterschied sich zwischen den Studien deutlich, von 14,5 % bei Goldman über 34 % bei Bhatt und Schneider bis 63 % bei Samuel. Vorhersagewerte lassen sich deshalb nur begrenzt übertragen.
  • Bildgebende Befunde gehen nicht ein.

Quellen

  1. Samuel M. Pediatric appendicitis score. J Pediatr Surg. 2002;37(6):877–881.

    Originalpublikation

  2. Goldman RD, Carter S, Stephens D, Antoon R, Mounstephen W, Langer JC. Prospective validation of the pediatric appendicitis score. J Pediatr. 2008;153(2):278–282.

    Validierung

  3. Bhatt M, Joseph L, Ducharme FM, Dougherty G, McGillivray D. Prospective validation of the pediatric appendicitis score in a Canadian pediatric emergency department. Acad Emerg Med. 2009;16(7):591–596.

    Validierung

  4. Schneider C, Kharbanda A, Bachur R. Evaluating appendicitis scoring systems using a prospective pediatric cohort. Ann Emerg Med. 2007;49(6):778–784.

    Validierung

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