Einordnung der Ergebnisse
- 0 Kriterien
PERC-negativ: alle Kriterien unauffällig
Die Regel wurde so entwickelt, dass bei niedriger Vortestwahrscheinlichkeit und negativem Ergebnis die Wahrscheinlichkeit einer Lungenembolie unter etwa 2 % liegt.
- 1–8 Kriterien
PERC-positiv
Mindestens ein Kriterium ist erfüllt. Die Regel kann eine Lungenembolie dann nicht als unwahrscheinlich einordnen; sie trifft keine weitere Aussage.
Einordnung nach Kline 2004 [1]. Die Werte beschreiben Gruppen aus Studienkohorten, keine Vorhersage für eine einzelne Person.
Hintergrund
Die Regel ergänzt die klinische Einschätzung: Nur wenn die Vortestwahrscheinlichkeit bereits als niedrig gilt (in der Originalarbeit unter 15 %), soll ein negatives PERC-Ergebnis die Wahrscheinlichkeit weiter senken.
Die ESC-Leitlinie 2019 zur akuten Lungenembolie erwähnt die PERC-Regel für Notaufnahmen als Möglichkeit, bei niedriger klinischer Wahrscheinlichkeit unnötige Diagnostik zu vermeiden, und weist auf Unterschiede in der Prävalenz zwischen Populationen hin.
Grenzen
- Entwickelt in US-amerikanischen Notaufnahmen; in Populationen mit höherer Prävalenz einer Lungenembolie, etwa in manchen europäischen Kohorten, ist die Sicherheit weniger gut belegt.
Quellen
- Kline JA, Mitchell AM, Kabrhel C, Richman PB, Courtney DM. Clinical criteria to prevent unnecessary diagnostic testing in emergency department patients with suspected pulmonary embolism. J Thromb Haemost. 2004;2(8):1247–1255.
- Konstantinides SV, Meyer G, Becattini C, et al. 2019 ESC Guidelines for the diagnosis and management of acute pulmonary embolism developed in collaboration with the European Respiratory Society (ERS). Eur Heart J. 2020;41(4):543–603.