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PunktescorePneumologie · Notfallmedizin · Angiologie

Wells-Score für Lungenembolie

Klinische Wahrscheinlichkeit einer Lungenembolie

Der Wells-Score ordnet Patient:innen mit Verdacht auf Lungenembolie nach ihrer klinischen Vortestwahrscheinlichkeit, bevor D-Dimere oder Bildgebung bewertet werden. Wells und Kolleg:innen haben ihn 2000 aus Daten kanadischer Kliniken abgeleitet.

Zu Lehr- und Informationszwecken. Kein Medizinprodukt, nicht zur Anwendung an Patient:innen bestimmt.

Diese Seiten erklären veröffentlichte klinische Scores und Formeln: Kriterien, Rechenweg, Einordnung durch die Originalquelle und Grenzen. Sie sind kein Medizinprodukt und nicht dafür bestimmt, Diagnosen zu stellen, Therapien auszuwählen oder Entscheidungen über einzelne Patient:innen zu treffen. Ergebnisse beschreiben Beobachtungen aus Studienkohorten. Die Inhalte wurden mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und können Fehler enthalten.

Zweckbestimmung, Prüfstand und Haftung →

Anwendungsbereich laut Quelle

Untersuchte Gruppe Patient:innen mit klinischem Verdacht auf Lungenembolie; abgeleitet aus Daten kanadischer Kliniken.

Ausgeschlossen oder nicht übertragbar
  • Schwangere und hospitalisierte Patient:innen: Die Aussagekraft ist hier weniger gut belegt.
Übungsfall: Atemnot nach Hüftoperation

Fiktiver Lehrfall

Eine 58-jährige Frau entwickelt zehn Tage nach einer Hüftendoprothese plötzliche Atemnot. Die Herzfrequenz liegt bei 108/min. Zeichen einer Beinvenenthrombose finden sich nicht, Hämoptysen bestehen nicht, eine Krebserkrankung ist nicht bekannt. Eine andere Erklärung als eine Lungenembolie erscheint weniger wahrscheinlich.

Füllen Sie das Formular zuerst selbst aus. Danach können Sie Ihre Lösung mit der Musterlösung vergleichen.

Kriterien

Nicht angekreuzte Kriterien zählen als nicht erfüllt.

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Einordnung der Ergebnisse

  1. 0–4 Punkte

    Lungenembolie unwahrscheinlich

    Zweistufige Einteilung: bis 4 Punkte gilt eine Lungenembolie als klinisch unwahrscheinlich. In Studien wurde diese Gruppe mit einer D-Dimer-Bestimmung kombiniert.

  2. 4,5–12,5 Punkte

    Lungenembolie wahrscheinlich

    Zweistufige Einteilung: über 4 Punkte gilt eine Lungenembolie als klinisch wahrscheinlich. In dieser Gruppe war der Anteil bestätigter Lungenembolien in den Studien deutlich höher.

Einordnung nach Wells 2000 [1]. Die Werte beschreiben Gruppen aus Studienkohorten, keine Vorhersage für eine einzelne Person.

Hintergrund

Die ursprüngliche dreistufige Einteilung unterscheidet eine niedrige (unter 2 Punkte), mittlere (2 bis 6 Punkte) und hohe klinische Wahrscheinlichkeit (über 6 Punkte). Die zweistufige Einteilung mit der Grenze von 4 Punkten wurde später in Studien mit D-Dimer-Testung verwendet.

Die ESC-Leitlinie 2019 zur akuten Lungenembolie nutzt die klinische Wahrscheinlichkeit, um den diagnostischen Weg zu gliedern, etwa ob zunächst D-Dimere bestimmt werden oder direkt eine Bildgebung folgt.

Das Kriterium „Alternative Diagnose weniger wahrscheinlich“ ist eine ärztliche Einschätzung und trägt mit 3 Punkten stark zum Ergebnis bei.

Grenzen

  • Das subjektive Kriterium zur Alternativdiagnose verringert die Übereinstimmung zwischen Untersuchenden.
  • Der Score schätzt eine Wahrscheinlichkeit; er bestätigt oder schließt eine Lungenembolie nicht allein aus.

Quellen

  1. Wells PS, Anderson DR, Rodger M, et al. Derivation of a simple clinical model to categorize patients probability of pulmonary embolism: increasing the models utility with the SimpliRED D-dimer. Thromb Haemost. 2000;83(3):416–420.

    Originalpublikation

  2. Konstantinides SV, Meyer G, Becattini C, et al. 2019 ESC Guidelines for the diagnosis and management of acute pulmonary embolism developed in collaboration with the European Respiratory Society (ERS). Eur Heart J. 2020;41(4):543–603.

    Leitlinie oder Empfehlung

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