Einordnung der Ergebnisse
- 0–4 Punkte
Lungenembolie unwahrscheinlich
Zweistufige Einteilung: bis 4 Punkte gilt eine Lungenembolie als klinisch unwahrscheinlich. In Studien wurde diese Gruppe mit einer D-Dimer-Bestimmung kombiniert.
- 4,5–12,5 Punkte
Lungenembolie wahrscheinlich
Zweistufige Einteilung: über 4 Punkte gilt eine Lungenembolie als klinisch wahrscheinlich. In dieser Gruppe war der Anteil bestätigter Lungenembolien in den Studien deutlich höher.
Einordnung nach Wells 2000 [1]. Die Werte beschreiben Gruppen aus Studienkohorten, keine Vorhersage für eine einzelne Person.
Hintergrund
Die ursprüngliche dreistufige Einteilung unterscheidet eine niedrige (unter 2 Punkte), mittlere (2 bis 6 Punkte) und hohe klinische Wahrscheinlichkeit (über 6 Punkte). Die zweistufige Einteilung mit der Grenze von 4 Punkten wurde später in Studien mit D-Dimer-Testung verwendet.
Die ESC-Leitlinie 2019 zur akuten Lungenembolie nutzt die klinische Wahrscheinlichkeit, um den diagnostischen Weg zu gliedern, etwa ob zunächst D-Dimere bestimmt werden oder direkt eine Bildgebung folgt.
Das Kriterium „Alternative Diagnose weniger wahrscheinlich“ ist eine ärztliche Einschätzung und trägt mit 3 Punkten stark zum Ergebnis bei.
Grenzen
- Das subjektive Kriterium zur Alternativdiagnose verringert die Übereinstimmung zwischen Untersuchenden.
- Der Score schätzt eine Wahrscheinlichkeit; er bestätigt oder schließt eine Lungenembolie nicht allein aus.
Quellen
- Wells PS, Anderson DR, Rodger M, et al. Derivation of a simple clinical model to categorize patients probability of pulmonary embolism: increasing the models utility with the SimpliRED D-dimer. Thromb Haemost. 2000;83(3):416–420.
- Konstantinides SV, Meyer G, Becattini C, et al. 2019 ESC Guidelines for the diagnosis and management of acute pulmonary embolism developed in collaboration with the European Respiratory Society (ERS). Eur Heart J. 2020;41(4):543–603.