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PunktescoreNotfallmedizin · Orthopädie & Unfallchirurgie · Neurologie

Canadian CT Head Rule (CCHR)

CT-Diagnostik nach leichtem Schädel-Hirn-Trauma

Die Canadian CT Head Rule ordnet Erwachsene mit leichtem Schädel-Hirn-Trauma anhand von sieben klinischen Kriterien in zwei Stufen ein, um Patient:innen zu erkennen, bei denen ein CT des Kopfes eine relevante Verletzung zeigen kann. Stiell und Kolleg:innen haben sie 2001 in zehn kanadischen Notaufnahmen entwickelt und 2005 prospektiv validiert. Sie gilt nur für Patient:innen mit einem GCS von 13 bis 15 nach beobachteter Bewusstlosigkeit, eindeutiger Amnesie oder beobachteter Desorientierung.

Zu Lehr- und Informationszwecken. Kein Medizinprodukt, nicht zur Anwendung an Patient:innen bestimmt.

Diese Seiten erklären veröffentlichte klinische Scores und Formeln: Kriterien, Rechenweg, Einordnung durch die Originalquelle und Grenzen. Sie sind kein Medizinprodukt und nicht dafür bestimmt, Diagnosen zu stellen, Therapien auszuwählen oder Entscheidungen über einzelne Patient:innen zu treffen. Ergebnisse beschreiben Beobachtungen aus Studienkohorten. Die Inhalte wurden mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und können Fehler enthalten.

Zweckbestimmung, Prüfstand und Haftung →

Anwendungsbereich laut Quelle

Untersuchte Gruppe Entwickelt und validiert bei Erwachsenen in kanadischen Notaufnahmen nach stumpfem Schädeltrauma mit beobachteter Bewusstlosigkeit, eindeutiger Amnesie oder beobachteter Desorientierung und einem GCS von 13 bis 15.

Ausgeschlossen oder nicht übertragbar
  • Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren
  • Antikoagulation (in den Studien Warfarin) oder Gerinnungsstörung
  • GCS unter 13 oder offensichtlich offene Schädelfraktur
Übungsfall: Treppensturz zu Hause

Fiktiver Lehrfall

Eine 71-jährige Frau stürzt zu Hause eine Treppe mit acht Stufen hinunter. Ihr Mann beobachtet eine kurze Bewusstlosigkeit. In der Notaufnahme liegt der GCS bei 15, sie hat nicht erbrochen, Zeichen einer Schädel- oder Schädelbasisfraktur fehlen, und an die Zeit vor dem Sturz erinnert sie sich. Sie nimmt keine Antikoagulanzien, eine Gerinnungsstörung ist nicht bekannt.

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Kriterien

Nicht angekreuzte Kriterien zählen als nicht erfüllt.

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Einordnung der Ergebnisse

  1. 0 Punkte

    Regel negativ: kein Kriterium erfüllt

    In der Validierungsstudie mit 2707 Erwachsenen (GCS 13 bis 15) hatte keine der 41 Personen mit neurochirurgischer Intervention und keine der 231 Personen mit klinisch relevanter Hirnverletzung eine negative Regel. Die unteren Grenzen der 95-%-Konfidenzintervalle der Sensitivität lagen bei 91 % und 98 %.

  2. 1–2 Punkte

    Mittleres Risiko: nur Kriterien mittleren Risikos

    Mindestens eines der beiden Kriterien mittleren Risikos ist erfüllt, keines der Hochrisikokriterien. Die Kriterien mittleren Risikos wurden für klinisch relevante Hirnverletzungen im CT abgeleitet. Mit ihnen lag die Sensitivität für diesen Endpunkt in der Ableitungsstudie bei 98,4 % (95-%-KI 96–99 %), die Spezifität bei 49,6 %; nach der Regel wären 54 % der Kohorte für ein CT ausgewählt worden.

  3. ab 10 Punkten

    Hohes Risiko: mindestens ein Hochrisikokriterium

    Die fünf Hochrisikokriterien zielen auf Verletzungen mit Bedarf an einer neurochirurgischen Intervention. In der Ableitungsstudie erkannten sie alle Patient:innen mit diesem Endpunkt; die untere Grenze des 95-%-Konfidenzintervalls der Sensitivität lag bei 92 %. Nach diesen fünf Kriterien allein wären 32 % der Kohorte für ein CT ausgewählt worden.

Einordnung nach Stiell 2001 [1]. Die Werte beschreiben Gruppen aus Studienkohorten, keine Vorhersage für eine einzelne Person.

Hintergrund

Die Regel hat zwei Stufen. Fünf Hochrisikokriterien wurden für den Bedarf an einer neurochirurgischen Intervention abgeleitet, zwei Kriterien mittleren Risikos für klinisch relevante Hirnverletzungen im CT. Die Ableitungsstudie bezeichnete den Endpunkt der Hochrisikostufe als Bedarf an einer neurologischen Intervention; das Regelblatt der Autor:innen und die Validierungsstudie sprechen von neurochirurgischer Intervention.

Die Regel vergibt keine Punkte. Für die Berechnung auf dieser Seite zählen Hochrisikokriterien je 10 und Kriterien mittleren Risikos je 1, damit die Stufe am Ergebnis ablesbar ist: Werte ab 10 bedeuten mindestens ein Hochrisikokriterium, Werte von 1 oder 2 ausschließlich Kriterien mittleren Risikos.

Die Ableitungsstudie umfasste 3121 Erwachsene; 8 % hatten eine klinisch relevante Hirnverletzung, 1 % benötigte eine neurologische Intervention. In der Validierungsstudie war die Regel bei Patient:innen mit GCS 15 spezifischer als die New Orleans Criteria, für die neurochirurgische Intervention mit 76,3 % gegenüber 12,1 %.

In einer clusterrandomisierten Studie an zwölf kanadischen Notaufnahmen senkte die aktive Einführung der Regel die Rate an CT-Untersuchungen nicht; übersehene Hirnverletzungen traten dabei nicht auf.

Grenzen

  • Gilt nur innerhalb der Einschlusskriterien: GCS 13 bis 15 nach beobachteter Bewusstlosigkeit, eindeutiger Amnesie oder beobachteter Desorientierung. Ohne diese Symptome trifft die Regel keine Aussage.
  • Laut Regelblatt nicht anwendbar bei Kindern unter 16 Jahren, GCS unter 13, Warfarin oder Gerinnungsstörung, offensichtlich offener Schädelfraktur und fehlendem Trauma. Die Einführungsstudie von 2010 schloss zusätzlich Patient:innen mit fokal-neurologischem Defizit oder Krampfanfall vor Eintreffen aus. Zu direkten oralen Antikoagulanzien liefern die Studien keine Daten.
  • Die Anwendung erfordert Übung: In der Einführungsstudie wurde ein gefährlicher Unfallmechanismus häufig zu großzügig angenommen und ein GCS unter 15 nach zwei Stunden übersehen.

Quellen

  1. Stiell IG, Wells GA, Vandemheen K, Clement C, Lesiuk H, Laupacis A, et al. The Canadian CT Head Rule for patients with minor head injury. Lancet. 2001;357(9266):1391–1396.

    Originalpublikation

  2. Stiell IG, Clement CM, Rowe BH, Schull MJ, Brison R, Cass D, et al. Comparison of the Canadian CT Head Rule and the New Orleans Criteria in patients with minor head injury. JAMA. 2005;294(12):1511–1518.

    Validierung

  3. Stiell IG, Clement CM, Grimshaw JM, Brison RJ, Rowe BH, Lee JS, et al. A prospective cluster-randomized trial to implement the Canadian CT Head Rule in emergency departments. CMAJ. 2010;182(14):1527–1532.

    Validierung

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