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SkalaPsychiatrie & Psychosomatik · Allgemeinmedizin

GAD-7-Fragebogen

Schweregrad von Angstsymptomen

Der GAD-7 erfasst mit sieben Fragen, wie häufig typische Angstsymptome in den vergangenen zwei Wochen aufgetreten sind. Spitzer und Kolleg:innen haben ihn 2006 entwickelt, um eine generalisierte Angststörung in der hausärztlichen Versorgung zu erkennen und ihren Schweregrad zu beschreiben.

Zu Lehr- und Informationszwecken. Kein Medizinprodukt, nicht zur Anwendung an Patient:innen bestimmt.

Diese Seiten erklären veröffentlichte klinische Scores und Formeln: Kriterien, Rechenweg, Einordnung durch die Originalquelle und Grenzen. Sie sind kein Medizinprodukt und nicht dafür bestimmt, Diagnosen zu stellen, Therapien auszuwählen oder Entscheidungen über einzelne Patient:innen zu treffen. Ergebnisse beschreiben Beobachtungen aus Studienkohorten. Die Inhalte wurden mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und können Fehler enthalten.

Zweckbestimmung, Prüfstand und Haftung →

Anwendungsbereich laut Quelle

Untersuchte Gruppe Erwachsene Patient:innen aus 15 hausärztlichen Praxen in den USA (2740 Teilnehmende); die deutsche Validierung beruht auf einer repräsentativen Haushaltsbefragung mit 5030 Personen.

Ausgeschlossen oder nicht übertragbar
  • Kinder; die Originalstudie schloss Erwachsene ein
Übungsfall: Anspannung und Sorgen

Fiktiver Lehrfall

Ein 45-jähriger Ingenieur stellt sich wegen Schlafproblemen in der Hausarztpraxis vor. An mehr als der Hälfte der Tage fühlt er sich nervös und angespannt, kann seine Sorgen kaum stoppen, sorgt sich übermäßig um viele Dinge und ist schnell gereizt. An einzelnen Tagen fällt es ihm schwer, sich zu entspannen, er ist so rastlos, dass Stillsitzen schwerfällt, und hat das Gefühl, etwas Schreckliches könnte passieren.

Füllen Sie das Formular zuerst selbst aus. Danach können Sie Ihre Lösung mit der Musterlösung vergleichen.

Kriterien

Gefühle der Nervosität, Ängstlichkeit oder Anspannung

Bezugszeitraum: „Wie oft fühlten Sie sich im Verlauf der letzten 2 Wochen durch die folgenden Beschwerden beeinträchtigt?“

Nicht in der Lage sein, Sorgen zu stoppen oder zu kontrollieren
Übermäßige Sorgen bezüglich verschiedener Angelegenheiten
Schwierigkeiten, sich zu entspannen
So rastlos sein, dass das Stillsitzen schwerfällt
Schnelle Verärgerung oder Gereiztheit
Gefühl der Angst, so als würde etwas Schreckliches passieren
Ergebnis Kriterien auswählen

Einordnung der Ergebnisse

  1. 0–4 Punkte

    Minimale Angstsymptomatik

    Unterhalb von 5 Punkten. In der deutschen Allgemeinbevölkerung lagen die Mittelwerte bei 3,2 Punkten (Frauen) und 2,7 Punkten (Männer).

  2. 5–9 Punkte

    Leichte Angstsymptomatik

    Nach den Entwickler:innen markieren 5 Punkte die Grenze zu einer leichten Ausprägung.

  3. 10–14 Punkte

    Mittelgradige Angstsymptomatik

    Bei 10 Punkten liegt der Schwellenwert, den die Übersichtsarbeit der Entwickler:innen als optimal für die Früherkennung angibt. In der deutschen Allgemeinbevölkerung erreichten etwa 5 % der Befragten 10 Punkte oder mehr.

  4. 15–21 Punkte

    Schwere Angstsymptomatik

    Ab 15 Punkten beschreiben die Entwickler:innen eine schwere Ausprägung. In der deutschen Allgemeinbevölkerung lag etwa 1 % der Befragten in diesem Bereich.

Einordnung nach Kroenke 2010 [4]. Die Werte beschreiben Gruppen aus Studienkohorten, keine Vorhersage für eine einzelne Person.

Hintergrund

GAD steht für Generalized Anxiety Disorder, die generalisierte Angststörung. Spitzer und Kolleg:innen entwickelten den Fragebogen 2006 mit demselben Antwortformat wie den PHQ-9; sieben Fragen mit 0 bis 3 Punkten ergeben 0 bis 21 Punkte.

In der Originalstudie verglichen die Autor:innen die Antworten von 965 Teilnehmenden mit der Diagnose aus einem Telefoninterview durch Fachkräfte für psychische Gesundheit. Der günstigste Schwellenwert erreichte eine Sensitivität von 89 % und eine Spezifität von 82 % für eine generalisierte Angststörung; die spätere Übersichtsarbeit der Entwickler:innen nennt 10 Punkte als optimalen Schwellenwert.

In einer Folgestudie erkannten der GAD-7 und seine Kurzform GAD-2 (Fragen 1 und 2) neben der generalisierten Angststörung auch Panikstörung, soziale Angststörung und posttraumatische Belastungsstörung; die Fläche unter der ROC-Kurve lag zwischen 0,80 und 0,91.

Löwe und Kolleg:innen bestätigten 2008 in der deutschen Allgemeinbevölkerung die eindimensionale Struktur des Fragebogens und legten Normwerte nach Alter und Geschlecht vor.

Die Formulierungen folgen der deutschsprachigen Fassung für die Schweiz von der Website zum Fragebogen, angepasst an die in Deutschland übliche Rechtschreibung. Eine eigene Fassung für Deutschland ist dort nicht hinterlegt; der Wortlaut der deutschen Validierungsstudie kann abweichen.

Grenzen

  • Welche Angststörung vorliegt, zeigt der Summenwert nicht. Für Panikstörung, soziale Angststörung und posttraumatische Belastungsstörung beschreibt das Handbuch eine mäßig gute Trennschärfe.
  • Die Veränderungssensitivität galt in der Übersichtsarbeit von 2010 als noch nicht abschließend belegt.
  • Für die Diagnose einer Angststörung nennt das Handbuch den Ausschluss körperlicher Erkrankungen, Medikamente oder Drogen als Ursache.

Quellen

  1. Spitzer RL, Kroenke K, Williams JBW, Löwe B. A brief measure for assessing generalized anxiety disorder: the GAD-7. Arch Intern Med. 2006;166(10):1092–1097.

    Originalpublikation

  2. Kroenke K, Spitzer RL, Williams JBW, Monahan PO, Löwe B. Anxiety disorders in primary care: prevalence, impairment, comorbidity, and detection. Ann Intern Med. 2007;146(5):317–325.

    Validierung

  3. Löwe B, Decker O, Müller S, Brähler E, Schellberg D, Herzog W, Herzberg PY. Validation and standardization of the Generalized Anxiety Disorder Screener (GAD-7) in the general population. Med Care. 2008;46(3):266–274.

    Validierung

  4. Kroenke K, Spitzer RL, Williams JBW, Löwe B. The Patient Health Questionnaire Somatic, Anxiety, and Depressive Symptom Scales: a systematic review. Gen Hosp Psychiatry. 2010;32(4):345–359.

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