Einordnung der Ergebnisse
- 0–4 Punkte
Minimale Angstsymptomatik
Unterhalb von 5 Punkten. In der deutschen Allgemeinbevölkerung lagen die Mittelwerte bei 3,2 Punkten (Frauen) und 2,7 Punkten (Männer).
- 5–9 Punkte
Leichte Angstsymptomatik
Nach den Entwickler:innen markieren 5 Punkte die Grenze zu einer leichten Ausprägung.
- 10–14 Punkte
Mittelgradige Angstsymptomatik
Bei 10 Punkten liegt der Schwellenwert, den die Übersichtsarbeit der Entwickler:innen als optimal für die Früherkennung angibt. In der deutschen Allgemeinbevölkerung erreichten etwa 5 % der Befragten 10 Punkte oder mehr.
- 15–21 Punkte
Schwere Angstsymptomatik
Ab 15 Punkten beschreiben die Entwickler:innen eine schwere Ausprägung. In der deutschen Allgemeinbevölkerung lag etwa 1 % der Befragten in diesem Bereich.
Einordnung nach Kroenke 2010 [4]. Die Werte beschreiben Gruppen aus Studienkohorten, keine Vorhersage für eine einzelne Person.
Hintergrund
GAD steht für Generalized Anxiety Disorder, die generalisierte Angststörung. Spitzer und Kolleg:innen entwickelten den Fragebogen 2006 mit demselben Antwortformat wie den PHQ-9; sieben Fragen mit 0 bis 3 Punkten ergeben 0 bis 21 Punkte.
In der Originalstudie verglichen die Autor:innen die Antworten von 965 Teilnehmenden mit der Diagnose aus einem Telefoninterview durch Fachkräfte für psychische Gesundheit. Der günstigste Schwellenwert erreichte eine Sensitivität von 89 % und eine Spezifität von 82 % für eine generalisierte Angststörung; die spätere Übersichtsarbeit der Entwickler:innen nennt 10 Punkte als optimalen Schwellenwert.
In einer Folgestudie erkannten der GAD-7 und seine Kurzform GAD-2 (Fragen 1 und 2) neben der generalisierten Angststörung auch Panikstörung, soziale Angststörung und posttraumatische Belastungsstörung; die Fläche unter der ROC-Kurve lag zwischen 0,80 und 0,91.
Löwe und Kolleg:innen bestätigten 2008 in der deutschen Allgemeinbevölkerung die eindimensionale Struktur des Fragebogens und legten Normwerte nach Alter und Geschlecht vor.
Die Formulierungen folgen der deutschsprachigen Fassung für die Schweiz von der Website zum Fragebogen, angepasst an die in Deutschland übliche Rechtschreibung. Eine eigene Fassung für Deutschland ist dort nicht hinterlegt; der Wortlaut der deutschen Validierungsstudie kann abweichen.
Grenzen
- Welche Angststörung vorliegt, zeigt der Summenwert nicht. Für Panikstörung, soziale Angststörung und posttraumatische Belastungsstörung beschreibt das Handbuch eine mäßig gute Trennschärfe.
- Die Veränderungssensitivität galt in der Übersichtsarbeit von 2010 als noch nicht abschließend belegt.
- Für die Diagnose einer Angststörung nennt das Handbuch den Ausschluss körperlicher Erkrankungen, Medikamente oder Drogen als Ursache.
Quellen
- Spitzer RL, Kroenke K, Williams JBW, Löwe B. A brief measure for assessing generalized anxiety disorder: the GAD-7. Arch Intern Med. 2006;166(10):1092–1097.
- Kroenke K, Spitzer RL, Williams JBW, Monahan PO, Löwe B. Anxiety disorders in primary care: prevalence, impairment, comorbidity, and detection. Ann Intern Med. 2007;146(5):317–325.
- Löwe B, Decker O, Müller S, Brähler E, Schellberg D, Herzog W, Herzberg PY. Validation and standardization of the Generalized Anxiety Disorder Screener (GAD-7) in the general population. Med Care. 2008;46(3):266–274.
- Kroenke K, Spitzer RL, Williams JBW, Löwe B. The Patient Health Questionnaire Somatic, Anxiety, and Depressive Symptom Scales: a systematic review. Gen Hosp Psychiatry. 2010;32(4):345–359.