Einordnung der Ergebnisse
- 0 Punkte
Kein Alkoholkonsum angegeben
Kein Alkoholkonsum im erfragten Zeitraum.
- 1–2 Punkte
Unter den Schwellenwerten
Unterhalb der publizierten Schwellenwerte für Frauen und Männer. In der Auswertung von Rubinsky und Kolleg:innen lag die Wahrscheinlichkeit einer Alkoholabhängigkeit in diesem Bereich bei 1 bis 3 %.
- 3 Punkte
Schwellenwert für Frauen erreicht
Bei 3 Punkten lag der Schwellenwert für Frauen; für Männer liegt der Wert darunter. Die Wahrscheinlichkeit einer Alkoholabhängigkeit betrug bei Frauen mit 3 Punkten 9 %, bei Männern mit 3 bis 4 Punkten ebenfalls 9 %.
- 4–6 Punkte
Schwellenwerte für Frauen und Männer erreicht
Bei 4 Punkten lag der Schwellenwert für Männer. Die Wahrscheinlichkeit einer Alkoholabhängigkeit betrug bei Frauen mit 4 bis 6 Punkten 24 %, bei Männern mit 5 bis 6 Punkten 22 %.
- 7–9 Punkte
Deutlich über den Schwellenwerten
Die Wahrscheinlichkeit einer Alkoholabhängigkeit im vergangenen Jahr betrug in diesem Bereich 45 % bei Männern und 42 % bei Frauen.
- 10–12 Punkte
Höchster Bereich
Die Wahrscheinlichkeit einer Alkoholabhängigkeit im vergangenen Jahr betrug 75 % bei Männern und 88 % bei Frauen. Der Bereich umfasste in der Stichprobe 16 Männer und 8 Frauen.
Einordnung nach Rubinsky 2010 [5]. Die Werte beschreiben Gruppen aus Studienkohorten, keine Vorhersage für eine einzelne Person.
Hintergrund
Der AUDIT-C umfasst die Fragen 1 bis 3 des Alcohol Use Disorders Identification Test (AUDIT), den die WHO in einem Kooperationsprojekt mit zehn Fragen entwickelt hat. Die drei Fragen zählen je 0 bis 4 Punkte, zusammen 0 bis 12 Punkte.
Bush und Kolleg:innen prüften die drei Fragen 1998 an 243 Männern aus allgemeinmedizinischen Ambulanzen des US-Veteranenministeriums. Für riskanten Konsum, definiert als mehr als 14 Getränke pro Woche oder mindestens 5 bei einer Gelegenheit, war die Fläche unter der ROC-Kurve mit 0,891 etwas größer als beim AUDIT mit zehn Fragen (0,881).
Die Schwellenwerte unterscheiden sich nach Geschlecht. In einer hausärztlichen Stichprobe mit 392 Männern und 927 Frauen lagen die günstigsten Schwellenwerte bei 4 Punkten für Männer (Sensitivität 86 %, Spezifität 89 %) und 3 Punkten für Frauen (Sensitivität 73 %, Spezifität 91 %). Bezugsgröße war eine Alkoholgebrauchsstörung nach DSM-IV oder ein Konsum über festgelegten Trinkmengengrenzen im vergangenen Jahr. Dieselben Werte hatten zuvor Studien im Veteranenministerium ergeben.
Rubinsky und Kolleg:innen werteten dieselbe Stichprobe nach Punktbereichen aus und berechneten je Bereich die Wahrscheinlichkeit einer Alkoholabhängigkeit nach DSM-IV im vergangenen Jahr. Insgesamt lag eine Abhängigkeit bei 12,2 % der Männer und 5,8 % der Frauen vor.
Für Frauen prüften Bradley und Kolleg:innen 2003 zusätzlich eine Fassung der dritten Frage mit einer Schwelle von vier Getränken; beide Varianten erreichten eine ähnliche Fläche unter der ROC-Kurve (0,91 und 0,92).
Die deutschen Formulierungen der Fragen sind eigene, eng am englischen WHO-Wortlaut ausgerichtete Übertragungen.
Grenzen
- Für eine aktive Alkoholabhängigkeit oder einen Alkoholmissbrauch war der AUDIT mit zehn Fragen in der Originalstudie etwas trennschärfer (Fläche unter der ROC-Kurve 0,811 gegenüber 0,786).
- In einer norddeutschen Bevölkerungsstichprobe mit 3551 Personen, die Alkohol tranken, zeigte der AUDIT-C mit den üblichen Schwellenwerten eine geringe Spezifität. Die Autor:innen sprachen sich für angepasste Schwellenwerte aus.
- Was als ein Getränk zählt, unterscheidet sich zwischen Ländern; die Antwortkategorien setzen im WHO-Handbuch etwa 10 g Alkohol pro Getränk voraus.
- Die Angaben beruhen auf Selbstauskunft.
Quellen
- Bush K, Kivlahan DR, McDonell MB, Fihn SD, Bradley KA. The AUDIT alcohol consumption questions (AUDIT-C): an effective brief screening test for problem drinking. Arch Intern Med. 1998;158(16):1789–1795.
- Saunders JB, Aasland OG, Babor TF, de la Fuente JR, Grant M. Development of the Alcohol Use Disorders Identification Test (AUDIT): WHO Collaborative Project on Early Detection of Persons with Harmful Alcohol Consumption – II. Addiction. 1993;88(6):791–804.
- Bradley KA, Bush KR, Epler AJ, Dobie DJ, Davis TM, Sporleder JL, et al. Two brief alcohol-screening tests from the Alcohol Use Disorders Identification Test (AUDIT): validation in a female Veterans Affairs patient population. Arch Intern Med. 2003;163(7):821–829.
- Bradley KA, DeBenedetti AF, Volk RJ, Williams EC, Frank D, Kivlahan DR. AUDIT-C as a brief screen for alcohol misuse in primary care. Alcohol Clin Exp Res. 2007;31(7):1208–1217.
- Rubinsky AD, Kivlahan DR, Volk RJ, Maynard C, Bradley KA. Estimating risk of alcohol dependence using alcohol screening scores. Drug Alcohol Depend. 2010;108(1–2):29–36.
- Rumpf HJ, Hapke U, Meyer C, John U. Screening for alcohol use disorders and at-risk drinking in the general population: psychometric performance of three questionnaires. Alcohol Alcohol. 2002;37(3):261–268.