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SkalaOnkologie · Hämatologie & Hämostaseologie · Neurologie

Karnofsky-Index (Karnofsky Performance Status)

Allgemeinzustand und Selbstständigkeit in elf Stufen

Der Karnofsky-Index beschreibt in elf Stufen von 100 bis 0, wie selbstständig ein Mensch mit einer Krebserkrankung ist und wie viel Hilfe und medizinische Versorgung er benötigt. Karnofsky und Burchenal haben die Skala 1949 im Rahmen der klinischen Bewertung von Chemotherapeutika beschrieben.

Zu Lehr- und Informationszwecken. Kein Medizinprodukt, nicht zur Anwendung an Patient:innen bestimmt.

Diese Seiten erklären veröffentlichte klinische Scores und Formeln: Kriterien, Rechenweg, Einordnung durch die Originalquelle und Grenzen. Sie sind kein Medizinprodukt und nicht dafür bestimmt, Diagnosen zu stellen, Therapien auszuwählen oder Entscheidungen über einzelne Patient:innen zu treffen. Ergebnisse beschreiben Beobachtungen aus Studienkohorten. Die Inhalte wurden mit Unterstützung künstlicher Intelligenz erstellt und können Fehler enthalten.

Zweckbestimmung, Prüfstand und Haftung →

Anwendungsbereich laut Quelle

Untersuchte Gruppe Beschrieben 1949 für Menschen mit Krebserkrankungen, um den klinischen Nutzen von Chemotherapeutika zu beurteilen.

Ausgeschlossen oder nicht übertragbar
  • Kinder: Die Stufen beschreiben Arbeit und Selbstversorgung Erwachsener
Übungsfall: Verlaufskontrolle bei Glioblastom

Fiktiver Lehrfall

Eine 58-jährige Frau mit Glioblastom kommt zur Verlaufskontrolle in die neuroonkologische Sprechstunde. Sie lebt zu Hause und versorgt sich überwiegend selbst; beim Duschen und bei Einkäufen braucht sie gelegentlich Hilfe. Ihrer Arbeit geht sie seit der Diagnose nicht mehr nach.

Füllen Sie das Formular zuerst selbst aus. Danach können Sie Ihre Lösung mit der Musterlösung vergleichen.

Kriterien

Zustand nach Karnofsky

Die Stufe wählen, die den aktuellen Zustand am besten beschreibt

Ergebnis Kriterien auswählen

Einordnung der Ergebnisse

  1. 0

    Tod

    Der Wert 0 steht für den Tod. Karnofsky und Burchenal rechneten ihn der Kategorie C zu.

  2. 10–40

    Kategorie C: auf Versorgung angewiesen

    In dieser Kategorie nach Karnofsky und Burchenal können sich Patient:innen nicht selbst versorgen und benötigen eine Versorgung, die der in einer Einrichtung oder im Krankenhaus entspricht. Die Erkrankung kann rasch fortschreiten.

  3. 50–70

    Kategorie B: nicht arbeitsfähig

    In dieser Kategorie können Patient:innen nicht arbeiten. Sie leben zu Hause, versorgen sich überwiegend selbst und benötigen unterschiedlich viel Unterstützung.

  4. 80–100

    Kategorie A: normale Aktivität und Arbeit

    In dieser Kategorie können Patient:innen normalen Aktivitäten nachgehen und arbeiten; eine besondere Versorgung ist nicht erforderlich.

Einordnung nach Péus 2013 [1]. Die Werte beschreiben Gruppen aus Studienkohorten, keine Vorhersage für eine einzelne Person.

Hintergrund

Karnofsky und Burchenal veröffentlichten die Skala 1949 als Kapitel „The clinical evaluation of chemotherapeutic agents in cancer“ in dem von MacLeod herausgegebenen Band „Evaluation of Chemotherapeutic Agents“ (Columbia University Press, S. 191–205). Das Kapitel ist nicht in PubMed verzeichnet; den Originaltext gibt die Übersicht von Péus und Kolleg:innen wieder. Ursprünglich hieß die Skala schlicht „Performance Status“, den Namen ihres Autors erhielt sie später.

Die elf Stufen bilden drei Kategorien: A (100 bis 80), B (70 bis 50) und C (40 bis 0). Die ECOG-Skala wurde aus dem Karnofsky-Index abgeleitet und fasst die Abstufungen in sechs Grade zusammen.

In der Neuroonkologie ist der Karnofsky-Index nach Péus und Kolleg:innen verbreiteter als die ECOG-Skala. Abernethy und Kolleg:innen haben 2005 eine in Australien angepasste Fassung bei Patient:innen in der Palliativversorgung validiert; sie beschreibt die Stufen 40 bis 10 über Bettlägerigkeit, Pflegebedarf und Bewusstseinslage.

Grenzen

  • Schag und Kolleg:innen fanden 1984 eine gute Reliabilität und Validität. Sie beschrieben zugleich typische Fehleinschätzungen und schlugen verhaltensbezogene Leitfragen für eine einheitlichere Einstufung vor.
  • Die Formulierungen von 1949 verbinden die unteren Stufen mit dem Versorgungsort, etwa der Krankenhausbehandlung bei 30 und 20. Péus und Kolleg:innen weisen darauf hin, dass sich die Versorgungsmöglichkeiten seither verändert haben, besonders in der Palliativversorgung.
  • Für Patient:innen mit eingeschränktem Allgemeinzustand beschreiben neuere Studien nach Péus und Kolleg:innen Schwierigkeiten, die Stufe genau zu bestimmen.

Quellen

  1. Péus D, Newcomb N, Hofer S. Appraisal of the Karnofsky Performance Status and proposal of a simple algorithmic system for its evaluation. BMC Med Inform Decis Mak. 2013;13:72.

    Übersicht

  2. Schag CC, Heinrich RL, Ganz PA. Karnofsky performance status revisited: reliability, validity, and guidelines. J Clin Oncol. 1984;2(3):187–193.

    Validierung

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